Uneins mit Kennedy Jr.: FDA-Chef tritt ab 15.05.2026 13:55 Uhr
Am Dienstag trat der FDA-Kommissar Dr. Marty Makary zurück. Der Chirurg hatte den Posten erst seit 2025 inne – mit einigen Turbulenzen. Vorangegangen waren mehrere Auseinandersetzungen zu verschiedenen Themen sowie Unstimmigkeiten mit dem US-Gesundheitsminister.
Der Leiter der US-Arzneimittelbehörde war umstritten, zunächst berichtete das zu Springer gehörende Polit-Magazin „Politico“ über den von einem Regierungsbeamten mitgeteilten Abgang. Kyle Diamantas, bisher oberster Lebensmittelbeamter übernehme demnach kommissarisch die Leitung.
Makary sei schon seit Monaten nicht mehr sicher in seinem Amt gewesen. „Seine Amtszeit war geprägt von Massenentlassungen, ständigen Personalwechseln in der Führungsriege und politischen Auseinandersetzungen mit Abgeordneten, Pharmaunternehmen und Präsident Donald Trump“, schreibt Politico. Die endgültige Entscheidung zur Personalie sei aber von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. getroffen worden, Trump hätte dem jedoch zugestimmt.
Unter anderem soll Makary mit der telemedizinischen Verschreibung der Abtreibungspille Mifepriston die Abtreibungsgegner unter den konservativen Republikanern gegen sich aufgebracht haben. „Dr. Makary war in einzigartiger Weise schädlich für die Pro-Life-Bewegung. Sein Rücktritt ist eine Gelegenheit für die FDA, einen Neuanfang zu wagen“, heißt es daher unter anderem vom republikanischen Senator aus Missouri nach Makarys Rücktritt. Auch um die Zulassung von E-Zigaretten mit Fruchtgeschmack habe es hitzige Diskussionen gegeben.
Am Tag nach Makarys Rücktritt sollte er eigentlich vor dem Haushaltsausschuss des Senats zur Haushaltsvorlage der FDA für das Geschäftsjahr 2027 aussagen. In diesem Rahmen habe Makary auch mehrere Gesetzesvorschläge unterbreiten wollen, unter anderem für ein beschleunigtes Verfahren für Arzneimittelhersteller für schnellere klinische Studien am Menschen. Einige der Maßnahmen sollen trotz des Rücktritts kommen.
Trump bezeichnete Makary am Dienstag angesprochen auf seinen Rücktritt als „tollen Kerl“ und „Freund“, „er wird weitermachen und ein gutes Leben führen“. Aber „er hatte einige Schwierigkeiten“.