Kartellverfahren: Sandoz zahlt halbe Milliarde 03.08.2026 12:50 Uhr
Sandoz zahlt knapp 480 Millionen US-Dollar, um das US-Kartellrechtsverfahren wegen Preisabsprachen bei Generika beizulegen.
Sandoz und die Dermatika-Tochter Fougera haben einen Vergleich mit einem Konsortium aus 43 US-Bundesstaaten und -Territorien geschlossen, um Klagen wegen angeblichen wettbewerbswidrigen Verhaltens vor dem US-Bezirksgericht für den Distrikt Connecticut beizulegen.
Über einen Zeitraum von sieben Jahren zahlt Sandoz ab 2027 insgesamt 400 Millionen US-Dollar; im Gegenzug erfolgt ein vollständiger Verzicht auf alle Ansprüche. Zusätzlich fließen rund 50 Millionen Dollar an Staaten, die bereits zuvor einen Vergleich geschlossen hatten, sodass sich die Gesamtzahlung in diesem Bereich auf rund 450 Millionen US-Dollar beläuft.
Darüber hinaus gibt es eine Vereinbarung mit sogenannten Zwischenhändlern wie Apotheken und Krankenhäusern, die nach eigenen Angaben durch erhöhte Einkaufspreise ebenfalls wirtschaftliche Nachteile erlitten haben.
Auch hier soll eine Sammelklage mit dem Titel „In re Generic Pharmaceuticals Pricing Antitrust Litigation“ vor dem US-Bezirksgericht für den östlichen Bezirk von Pennsylvania (US District Court for the Eastern District of Pennsylvania) beigelegt werden.
In diesem Zusammenhang zahlt Sandoz weitere 28,5 Millionen Dollar im Austausch für einen vollständigen Verzicht der Mitglieder der Vergleichsgruppe auf alle geltend gemachten Ansprüche. Das Gericht muss dem noch zustimmen.
Bereits 2020 und 2021 hatte Sandoz Vergleichsvereinbarungen mit dem US-Justizministerium geschlossen und dreistellige Millionenbeträge gezahlt. 2024 einigte man sich mit den Versicherungskonzernen.
Mit dem jetzigen Deal sind laut Konzern alle anhängigen Sammelklagen im Zusammenhang mit dem im US-Kartellverfahren erhobenen Ansprüchen beigelegt. Sandoz hat die zuvor gebildete Rückstellung erhöht, um die für diese Vergleiche erforderlichen Beträge abzudecken. Keiner der Vergleiche beinhaltet laut Sandoz ein Schuldeingeständnis.
Allerdings sind die einzelnen Kläger nicht verpflichtet, sich darauf einzulassen. Hier will sich Sandoz weiter mit allen Mitteln verteidigen.
Der Fall reicht weit zurück: Laut früheren Angaben hatten seit 2014 laufende Ermittlungen ergeben, dass in der Generikabranche systematisch Preise abgesprochen und Märkte aufgeteilt worden seien. Rund 20 Hersteller mussten sich vor Gericht verantworten; auch Teva hat bereits Vergleiche geschlossen.