Kaum Daten bei Älteren

Italien: AstraZeneca-Impfstoff nur bis 55 Jahre dpa, 31.01.2021 11:06 Uhr

Geringe Mengen, wenig Daten: Wo hakt es beim Impfstoff von AstraZeneca?

Berlin - Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die italienische
Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels empfohlen. Nur Menschen zwischen 18 und 55 Jahren sollen mit der Vakzine geimpft werden, zumindest bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe verabreicht werden, wie es in der Mitteilung vom Samstag weiter hieß.

Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impfstoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilte die Arzneimittel-Agentur Aifa mit. Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein „gewisses Maß an Unsicherheit“ gezeigt. Dieser Teil der Bevölkerung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden.

Die Aifa setzte in ihrer Empfehlung das empfohlene Alter damit tiefer an als die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland. Die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Impfkommission hatte den AstraZeneca-Impfstoff für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Auch sie stützte ihre Entscheidung auf die vorliegenden Studien. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es.

Laut einem Bericht von „Bild“ prüft Gesundheitsminister Jens Spahn bereits, die Zulassung nur für die Altersgruppe bis 65 Jahre zu erteilen.