Bulgarien

Impfplan: Apotheker vor Risikopatienten dpa, 05.12.2020 08:38 Uhr

Ärzte und Apotheker zuerst: In Bulgarien sollen Risikopatienten erst nach den Heilberuflern geimpft werden. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Im Kampf gegen das Coronavirus will Bulgarien als erste Risikogruppe Klinikpersonal, Zahnärzte und Apotheker impfen lassen.
Diese Gruppe umfasst fast 250.000 Menschen, wie aus einem von der Regierung in Sofia am Freitag gebilligten Impfplan mit fünf Phasen hervorgeht. Die Impfungen sollten freiwillig und kostenlos sein, versicherte Gesundheitsminister Kostadin Angelow.

Die ersten Corona-Impfungen sollen in Bulgarien erst dann erfolgen, wenn der Impfstoff von Pfizer-Biontech von der Europäischen
Arzneimittel-Agentur zugelassen wird. Zielgruppen der vier weiteren Phasen sind Heiminsassen und -personal, Beschäftigte in lebenswichtigen Bereichen, Menschen über 65 sowie chronisch Kranke und Risikogruppen aufgrund ihrer Lebensbedingungen.

In dem südöstlichen EU-Land gilt wegen stark steigender Corona-Neuansteckungen seit einer Woche ein Teil-Lockdown. Bei einer
Bevölkerung von 6,9 Millionen sind in Bulgarien aktuell 93.549 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden lag am Freitag bei 3280 – zum Vergleich: Im fast zwölf Mal so großen Deutschland wurden 23 449 Neuinfektionen registriert.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Balkanland 155.193 Corona-Infektionen nachgewiesen, wobei es im Frühjahr noch relativ
gering betroffen war. 4503 Menschen starben seit Beginn der Pandemie mit Covid-19 – zuletzt gab es binnen 24 Stunden 156 Corona-Tote. Gesundheitsminister Kostadin Angelow erklärte die hohe Covid-19-Sterblichkeit in Bulgarien damit, dass die Menschen versuchten, sich selbst zu heilen und einen Arzt erst dann aufsuchten, wenn es zu spät sei. Zudem gebe es in Bulgarien viele Herzkranke.