Meningitis

Braut stirbt nur Stunden nach Ja-Wort APOTHEKE ADHOC, 13.12.2017 14:58 Uhr

Auckland - 

Ganz in Weiß feierte die Neuseeländerin Jamieka Harford ihre Hochzeit. Wenige Stunden später war die 26-Jährige tot. Heute fand ihr Begräbnis statt. Todesursache ist eine bakterielle Infektion, die Meningitis (Hirnhautentzündung) auslöste.

Der „New Zealand Herald“ berichtete über den tragischen Fall. Wenige Stunden nach der Hochzeit begann Harford, sich unwohl zu fühlen. Typische Symptome für eine Hirnhautenzündung sind Kofpschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Wenn die Erkrankung nicht schnell erkannt und umgehend gehandelt wird, kann es bei einem heftigen Verlauf zu Kreislaufschock und inneren Blutungen kommen. Der Patient kann ins Koma fallen und schnell sterben.

So war es auch bei der Neuseeländerin. Ihre Eltern und die Gäste der Hochzeit stehen unter Schock. „Jamieka war so froh zu heiraten“, teilte die Familie mit. „Es war eine wunderschöne, glückliche und von Liebe beseelte Feier. Wir werden Jamieka immer vermissen.“

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt, sich gegen Pneumokokken und Meningokokken (Typ C) impfen zu lassen. Seit 2013 ist in Deutschland auch ein Impfstoff gegen den Serotyp B erhältlich, die Stiko spricht dazu jedoch keine generelle Impfempfehlung aus.

Beim Thema Serotyp B sollen Hausärzte eine individuelle Risikoabschätzung treffen und danach entscheiden, ob der Patient geimpft werden soll. Besonders gefährdet sind laut Stiko-Informationen Menschen mit Immunschwäche, Laborarbeiter und Reisende in bestimmte Länder.

Meningokokken sind selten, aber lebensgefährlich. Meningokokken-Erkrankungen sind bakterielle Infektionen, die eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute oder eine Sepsis auslösen können. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Trotz ihrer Seltenheit ist die Krankheit sehr gefürchtet, da sie ohne Vorwarnung gesunde Personen treffen kann und potenziell lebensbedrohlich ist.

Betroffen sind meist Säuglinge und Kleinkinder. Impfen ist die einzige effiziente Prohpylaxe gegen diese bedrohliche Krankheit, die eine der schwersten existierenden Infektionskrankheiten ist. In Deutschland gibt es im Durchschnitt jedes Jahr 430 Meningokokken-Fälle, rund 10 Prozent der Patienten sterben. Rund einer von fünf Überlebenden leidet dauerhaft unter schweren Folgeschäden wie Taubheit, Krampfanfällen oder dem Verlust von Gliedmaßen. Die Krankheit ist anfangs leicht mit Grippe zu verwechseln und deshalb für Ärzte schwer zu erkennen. Hohes Fieber, ein steifer Nacken und punktförmige Hauteinblutungen sind wichtige Erkennungszeichen. In diesem Fall zählt für den Patienten jede Minute. Für die neuseeländische Braut kam die Hilfe zu spät.