Großbritannien

Behörden verlieren Patientenakten APOTHEKE ADHOC, 24.12.2007 11:14 Uhr

Berlin - 

In Großbritannien sind in neun Verwaltungszentren des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS Patientendaten von hunderttausenden Menschen verloren gegangen. Dies berichte der "Sunday Mirror". Das britische Gesundheitsministerium bestätigte, dass externe Speichermedien mit Daten verschwunden seien. Es gebe aber keinen Hinweis darauf, dass diese in falsche Hände geraten seien.

Dem Bericht zufolge sind unter anderem eine CD mit Namen und Adressen von 160.000 Kindern sowie die archivierten Daten von 250 Krebspatienten verschwunden. Experten zufolge ist der Zwischenfall der schwerste Datenschutz-Skandal der jüngsten Wochen und Monate: Die britischen Behörden hatten erst im November Datensätze von 25 Millionen Kindergeldempfängern verloren; im Dezember war bekannt geworden, dass dem Verkehrsministerium durch Vergabe der Datenspeicherung an eine US-Firma Datensätze von drei Millionen Fahrschülern abhanden gekommen waren.

Offensichtlich wurden die Datenverluste Medienberichten zufolge im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung aller Behörden. Der Ärzteverband warnte erneut vor allzu großer Sorglosigkeit beim Umgang mit Patientendaten. In Großbritannien wird derzeit eine zentrale Datenbank mit allen Patientenakten aufgebaut, die für Krankenhäuser und Arztpraxen zugänglich sein sollen.