Abda-Papier: Apotheken im EU-Vergleich 01.09.2026 13:28 Uhr
Im europäischen Vergleich belegt Deutschland in puncto Apothekendichte einen der hinteren Plätze. Geht es um die Mehrwertsteuer für Arzneimittel, sieht die Sache anders aus. Unterschiede im EU-Vergleich gibt es auch beim Fremdbesitzverbot und beim Arzneimittelversand.
In Europa gibt es rund 140.000 Apotheken – 16.600 davon mit Stand Ende 2025 in Deutschland. Mit 20 Apotheken pro 100.000 Einwohner:innen liegt Deutschland aber bei der Apothekendichte weit unter dem EU-Durchschnitt von 31.
Fremdbesitzverbot in 11 EU-Staaten
Laut dem Faktenblatt „Apotheke und Europa“ der Abda gilt in 11 von 27 EU-Mitgliedsstaaten das Fremdbesitzverbot. Neben Deutschland dürfen etwa in Frankreich und Polen Apotheken nur von Apotheker:innen besessen werden. „Das soll dem Verbraucherschutz gegenüber den Gewinninteressen von Kapitalgesellschaften dienen“, erklärt die Abda.
Rx-Versand bei mehr als der Hälfte verboten
In 18 von 27 EU-Mitgliedstaaten ist der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln verboten – anders in Deutschland und den Niederlanden. Beim EU-Versand an deutsche Kund:innen ist laut Abda zu beachten, dass alle Versandhändler das einheitliche Logo auf ihrer Homepage verankern müssen, um Käufer:innen eine Überprüfung ihrer nationalen Zulassung zu ermöglichen. Außerdem müssen beim Versand von Arzneimitteln nach Deutschland an gesetzlich Versicherte die Vorgaben des Rahmenvertrags sowie die Vorgaben zur Preisbindung beachtet werden.
Mehrwertsteuer variiert
Hierzulande werden Arzneimittel mit 19 Prozent besteuert. Damit hat Deutschland im EU-Vergleich den dritthöchsten Steuersatz auf Medikamente. Höher ist die Mehrwertsteuer nur in Dänemark mit 25 Prozent und in Bulgarien mit 20 Prozent.
Mehr als „Schubladenzieher“
Apotheken sichern nicht nur die Arzneimittelversorgung, sondern haben noch weitere Aufgaben und bieten zusätzliche Services an. Dazu gehören beispielsweise Impfungen und die Unterstützung beim „New Medicines Service“ – in England und Norwegen werden Patient:innen in den ersten Wochen einer neuen Dauertherapie mit strukturierter Beratung von Apotheken unterstützt. Das Ziel: Therapieerfolge und Arzneimitteltherapiesicherheit nachhaltig zu gewährleisten.