Telemedizin

Zava: 250.000 E-Rezepte in einem Jahr APOTHEKE ADHOC, 10.02.2022 15:11 Uhr

Enormer Schub dank Corona-Pandemie: Zava hat laut CEO David Meinertz im vergangenen Jahr 250.000 E-Rezepte verarbeitet – allein in Deutschland. Foto: Zava
Berlin - 

Das staatliche E-Rezept lässt noch auf sich warten, dafür werden im PKV-Bereich bereits hunderttausende im Jahr ausgestellt und abgerechnet. Telemedizin-Anbieter Zava hat nach eigenen Angaben allein vergangenes Jahr 250.000 E-Rezepte ausgestellt.

Dabei agiert Zava nicht nur in Deutschland: Allein im vierten Quartal seien europaweit im Anschluss an telemedizinische Sprechstunden 340.000 E-Rezepte ausgestellt worden. „Insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt Deutschland einen enormen Schub in der digitalen Gesundheitsversorgung“, sagt Zava-CEO David Meinertz. „Die Zahl unserer Online-Sprechstunden steigt ständig und damit auch die Nachfrage nach E-Rezepten.“

Bei Zava übermittelt der behandelnde Arzt das Rezept digital zu einer vom Patienten gewünschten Vor-Ort-Apotheke oder zu einer Versandapotheke. Der Patient kann das Medikament dann selbst abholen oder sich liefern lassen. Die Abwicklung der E-Rezepte von Zava übernimmt Noventi.

Die Gematik liegt ausweislich ihres Dashboards bei derzeit 1041 verarbeiteten E-Rezepten. Allerdings muss in dem Zusammenhang beachtet werden: Die PKV-E-Rezepte von Zava sind technisch weit weniger anspruchsvoll als die der Gematik. Es handelt sich schließlich um Privatverordnungen, die der Patient oder die Patientin in der Regel selbst zahlt und dann die Rechnung bei seiner Krankenversicherung einreicht. Gerade die Abrechnung, die bei den Gematik-E-Rezepten noch das größte Kopfzerbrechen bereitet, fällt damit weg – ganz abgesehen davon, dass keine annähernd so komplexe, zentrale Struktur wie die Telematikinfrastruktur (TI) notwendig ist.

Allerdings hat Zava auch schon Gematik-E-Rezepte verarbeitet: Bereits im Juni 2021 hat ein Arzt innerhalb einer Videosprechstunde über Zava ein von der gesetzlichen Krankenversicherung akzeptiertes Gematik-E-Rezept ausgestellt und zu einer Apotheke geschickt. Auch an der derzeitigen Testphase ist Zava weiter beteiligt. „Videosprechstunden und elektronische Rezepte sind für immer mehr Patienten und Ärzte heute ganz normal“, sagt Meinertz. „Ob gesetzlich oder privat versichert, das E-Rezept bietet Patienten und Ärzten entscheidende Vorteile.“

Ein nicht unerheblicher Teil der Patient:innen – und damit Rezepte – kommt bei Zava auch durch verschiedene Kooperationen zustande, beispielsweise mit Noventi und Shop Apotheke. Noventi hatte Zava bereits 2020 an seine App CallMyApo angeschlossen. Shop Apotheke wiederum bewirbt Zava auf seiner Seite. Hier lief es zuletzt nicht so rund: Im vergangenen Herbst verbot das Landgericht Köln dem Versender, Zava Patienten zuzuweisen, nachdem die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe gegen die Zusammenarbeit geklagt hatten.