Interesse legt weiter nur langsam zu

ePA-Nutzung: 100 Millionen Dokumente hochgeladen 15.04.2026 12:36 Uhr

Berlin - 

Die Nutzung der elektronischen Patientenakten (ePA) zieht weiter an. Knapp ein Jahr nach Beginn der bundesweiten Einführung wurden mehr als 100 Millionen Dokumente wie Befunde und Diagnosen eingestellt, wie aus Daten der Gematik hervorgeht. Die digital gespeicherten Medikationslisten (eML) werden demnach im Schnitt 21 Millionen Mal pro Woche aus den Akten abgerufen.

Knapp 73 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben den neuen Daten zufolge eine ePA von der Krankenkasse angelegt bekommen, was man für sich auch ablehnen kann. Für Privatpatienten, deren Versicherungen freiwillig eine ePA anbieten können, wurden demnach 300.000 angelegt.

E-Akten sollen wichtige Daten zentral bündeln

Die ePA soll Patienten ein Leben lang begleiten und sollen auch zu besseren Behandlungen beitragen, indem etwa Doppeluntersuchungen und ungünstige Wechselwirkungen von Medikamenten vermieden werden. Nach einem Start in Testregionen war die Nutzung ab Ende April 2025 schrittweise bundesweit ausgedehnt worden. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte einzustellen.

Bisher nutzen Millionen Versicherte ihre ePA noch nicht aktiv, um eigene Daten anzusehen oder auch sensible Inhalte zu sperren. Das Interesse nimmt aber langsam zu. Nach den neuen Gematik-Daten von Mitte April haben inzwischen 5,1 Millionen Versicherte eine GesundheitsID, die ihnen Zugriff auf ihre ePA ermöglicht – Ende Oktober waren es noch 3,9 Millionen gewesen.

Dabei gilt: Man kann sich über eine ePA-App der Krankenkasse einloggen, braucht es aber nicht. Für das erste Verwenden der App muss man sich einmal identifizieren und freischalten lassen. Gematik-Chef Florian Fuhrmann sagte: „Jeder Befund und jedes Dokument, das in die ePA gestellt wird, unterstützt die Behandlung.“ Mit der Einführung hole Deutschland bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens im europäischen Vergleich auf. Auch in anderen Ländern habe es Zeit gebraucht, bis Routine und Akzeptanz erreicht worden seien.