Kabine oder Standgerät für die Apotheke

Assistierte Telemedizin: Doctorbox steigt ein 05.06.2026 12:31 Uhr

Berlin - 

Doctorbox hat mit der assistierten Telemedizin wieder einmal ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Das Unternehmen, das erst bei Tests und dann bei Cardlink mitspielen wollte, hat sich mit einem französischen Spezialisten für augmentierte Telekonsultation, Tessan, zusammengetan. So könne man direkt loslegen, wenn der Startschuss fällt.

Doctorbox und Tessan wollen den Apotheken in Deutschland gemeinsam kurzfristig den Zugang zu Telemedizin-Kabinen und Terminals bieten. Mit der Einführung der Pauschale, auf die sich im Rahmen des Schiedsverfahrens geeinigt wurde, entstehe nun ein regulatorischer Rahmen. Tessans Hardware- und Plattformlösung sei in Frankreich seit Jahren etabliert, Doctorbox liefere das Know-how für den deutschen Markt.

Die gemeinsam konzipierte Kabine sei eine schlüsselfertige Komplettlösung für die assistierte Telemedizin; bis zu sieben Medizingeräte – digitales Stethoskop, Otoskop, Dermatoskop, Pulsoximeter, automatisches Blutdruckmessgerät, Infrarot-Thermometer und je nach Modell ein Ein-Kanal-EKG sowie eine HD-Kamera – gebe es optional dazu. Die Geräte könnten während der Videokonsultation durch den behandelnden Arzt aktiviert und ausgelesen werden.

Auch die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) sei gewährleistet: Das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und damit das Ausstellen von E-Rezept und eAU seien somit ebenfalls möglich. Die freie Arztwahl bleibe über das KV-zertifizierte Doctorbox-System gewahrt – lokale Ärztinnen und Ärzte aus dem Umfeld der Apotheke würden eingebunden. Lieferung und Aufbau der Kabinen könnten innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Auftragsbestätigung erfolgen. Das Apothekenteam werde vom Doctorbox-Team geschult.

Assistierte Telemedizin „erstmals wirtschaftlich tragfähig“

Mit drei unterschiedlich großen Varianten wolle man sich an die jeweilige Situation in der Apotheke anpassen: von der schmalen und mobilen Lösung als Standgerät im separaten Behandlungsraum bis zur kleinen Kabine mit knapp anderthalb Quadratmetern für ein Gespräch mit beispielsweise einer erwachsenen Person und einem Kind.

Für Geschäftsführer Julian Maar ergibt sich mit dem nun gefallenen Schiedsspruch eine neue Option für die Apotheken: „Die 30-Euro-Pauschale macht assistierte Telemedizin für Apotheken in Deutschland erstmals wirtschaftlich tragfähig.“ Mit Tessan habe man nun den passenden Partner an der Hand, um das Geschäft auf Apotheken auszudehnen. Auch der Gründer von Tessan, Jordan Cohen, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Telemedizin-Anbieter: „Deutschland ist einer der wichtigsten Gesundheitsmärkte Europas.“