Apothekenreform im Bundestag

Warken: Fixum kommt per Extra-Verordnung 27.02.2026 13:13 Uhr

Berlin - 

Im Bundestag warb Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) um Zustimmung für ihr Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Die PTA-Vertretung erwähnte sie mit keinem Wort. Stattdessen kündigte sie bei der 1. Lesung an, dass es noch im Frühjahr eine weitere Verordnung geben wird, mit der das Fixum erhöht werden soll.

„Ich gehe noch mal schnell zur Apotheke, das kennen wir alle aus dem Alltag“, sagte Warken. Denn man könne sich auf ein flächendeckendes Netz verlassen. „Damit das künftig auch noch so ist, handeln wir jetzt.“

Man wolle die Apotheken stärken – auch und vor allem in ländlichen Gegenden. Dazu gebe es den Zuschuss für Teilnotdienste und die Erleichterung bei der Gründung von Zweigapotheken.

Von weiteren Maßnahmen profitierten alle Apotheken: Es gebe mehr Möglichkeiten und Flexibilität für den Betrieb von Apotheken, man baue die Bürokratie ab, so Warken. „Nullretaxation aus formalen Gründen werden Vergangenheit angehören“, versprach sie weiter. Man erleichtere den Austausch und erlaube die Apothekenleitung durch zwei Personen in Teilzeit.

Raum für mehr Kompetenzen

Besonders wichtig sei ihr, dass die Apotheken mehr Raum bekämen, um ihre Kompetenz in die Gesundheitsversorgung einzubringen. Man müsse die Versorgung auf mehr Schultern verteilen, daher sollten Apotheken alle Impfungen anbieten, die keine Lebendimpfstoffe beinhalteten, und Schnelltests durchführen. Außerdem sollten sie eine stärkere Rolle bei der Früherkennung und Prävention von Volkskrankheiten spielen. Und in bestimmten Fällen dürften sie ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel abgeben.

„Das alles schärft aus unserer Sicht das Profil der Apotheken und stärkt die Gesundheitsversorgung“, so Warken.

Auch die Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedigungen sei unerlässlich, daher arbeite man parallel an einer Verordnung. Mit der würden das Skonto wieder erlaubt, der Zuschuss für Nacht- und Notdienste verdoppelt und die Verhandlungslösung eingeführt. Außerdem gebe es verstärkte Kontrollmöglichkeiten für Transporteure.

„Natürlich stehen wir auch zur Verabredung im Koalitionsvertrag“, so Warken weiter: „Das Fixum wird kommen, wir werden das in einer gesonderten Verordnung regeln und im Frühjahr auf den Weg bringen.“