PTA-Vertretung: „Kompliziert und ohne Nutzen“ 30.01.2026 13:40 Uhr
Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU) lobte im Bundesrat die Apotheken, die für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen seien – niedrigschwellig, vertrauensvoll, wohnortnah und persönlich. Die Apothekenreform untergrabe aber das fundamentale Prinzip der eigenverantwortlichen Leitung der Apotheke.
Hessen begrüße ausdrücklich, dass der Bund eine grundlegende Weiterentwicklung des Apothekenwesens anstoße. Viele Regelungen gingen in die richtige Richtung: Das Gesetz baue Bürokratie ab und senke unnötige Hürden. „Hier wird ganz konkret die Versorgung der Menschen verbessert. Zum Beispiel, wenn ein von Krankenkassen rabattiertes Medikament nicht verfügbar ist, sollen Apotheken künftig ein gleichwertiges Arzneimittel abgeben dürfen.“
Ebenso wichtig sei, dass die Nullretaxation eingeschränkt werde.
Auch die Stärkung der heilberuflichen Rolle der Apotheken, die Ausweitung von Aufgaben im Medikationsmanagement beim Impfen und in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes seien ein Gewinn für die Versorgung.
„Gleichzeitig ist Hessen aber der Auffassung: Die Reform untergräbt das fundamentale Prinzip der persönlichen und eigenverantwortlichen Leitung der Apotheke. Und die Reform geht nicht weit genug, um die strukturellen Probleme im Apothekenwesen anzugehen“, betonte die Ministerin.
Gegen PTA-Vertretung, für mehr Honorar
Hessen habe deshalb im Bundesrat zwei klare Positionen eingebracht: „Erstens: Wir lehnen die zeitweise Leitung der Apotheke durch pharmazeutisch-technische Assistenten ab. Diese Verantwortung gehört in die Hände approbierter Apothekerinnen und Apotheker. Ohne ihre wissenschaftliche Ausbildung kann der heilberufliche Anspruch der Apotheke nicht in gleicher Weise gewährleistet werden.“ Außerdem sei die Regel sehr kompliziert, zeitlich eng begrenzt und genehmigungsintensiv. „Sie ist kompliziert und ohne erkennbaren Nutzen.“
„Zweitens, die Apotheken brauchen eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage. Deshalb fordert Hessen die Erhöhung des Apothekenfixumss auf 9,50 Euro, so hat es der Koalitionsvertrag versprochen, so muss es jetzt auch umgesetzt werden“, stellte die Ministerin klar.
Seit Jahren sinke die Zahl der Vor-Ort-Apotheken, steigende Kosten bei gleichzeitig stagnierender Vergütung gefährdeten insbesondere kleine Apotheken auf dem Land. „Wer eine flächendeckende Versorgung will, muss auch für eine auskömmliche Vergütung sorgen.“ Erst nach einer einmaligen Anpassung könne eine Verhandlungslösung greifen.
Ihr Fazit: „Das Gesetz ist eine große Chance. Wenn wir Bürokratie abbauen, den Heilberuf ausbauen und die Apotheken wirtschaftlich stärken, werden alle profitieren.“ Stolz: „Hessen steht klar zu inhabergeführten Vor-Ort-Apotheke.“