OTC-Switch statt Rx-Abgabe

Pharma Deutschland plädiert für Impf-PTA 02.03.2026 13:57 Uhr

Berlin - 

Ob Impfungen, Abgabeerleichterungen oder zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen (pDL): Pharma Deutschland befürwortet die mit der Apothekenreform geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Apotheken. Der Verband spricht sich auch dafür aus, dass neben Approbierten auch PTA impfen dürfen.

Man unterstütze das Ansinnen, „den Apotheken unter Berücksichtigung der Versorgungsbedarfe und -strukturen vor Ort verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu geben, sodass ein flächendeckendes Netz unabhängiger und freiberuflich geführter Apotheken für eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung der Bevölkerung erhalten werden kann“, heißt es in der Stellungnahme von Pharma Deutschland. Auch sei es richtig, den Apotheken neue Aufgaben zu übertragen, denn sie hätten bewiesen, dass sie zusätzliche Tätigkeiten qualitativ hochwertig ausführen und zu einem hohen Patientennutzen beitragen könnten. „Ihre vor Ort verfügbare pharmazeutische Expertise stellt in der Tat eine wertvolle Ressource dar, die besser als bisher für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung genutzt werden sollte, beispielsweise in der Prävention.“

Für all das brauche es jedoch geeignete Rahmenbedingungen. „Außerdem ist darauf zu achten, anerkannt bewährte Strukturen nicht zu gefährden und damit nicht die richtig gesetzten Ziele zu verfehlen.“

Die Abgabeerleichterungen werden begrüßt, jedoch sollte sichergestellt werden, dass dies nicht zulasten der Hersteller, also auch der entsprechenden Rabattvertragspartner, gehe.

pDL und Impfen

Den Ausbau der pDL begrüße man sehr; insbesondere im Bereich der Raucherentwöhnung könne eine Beratung durch Apothekenpersonal zu einem um 70 Prozent erhöhten Erfolg führen. Dabei sollten pDL durch Diagnostik ergänzt werden, etwa indem bakterielle Hals-Rachen-Infektionen ausgeschlossen werden können. „Auf diese Weise werden nicht angezeigte Arztbesuche sowie insbesondere nicht erforderliche Anwendungen von Antibiotika vermieden. Dies dient der Ressourcenschonung und wirkt dem Problem der Antibiotikaresistenzen entgegen.“

Die Erweiterung der Impfmöglichkeiten für Apotheken wird insbesondere vor dem Hintergrund der stagnierenden Impfquoten von Pharma Deutschland positiv gesehen. Dabei wird angeregt, den Kreis der zum Impfen in Apotheken berechtigten Personen um entsprechend qualifizierte PTA zu erweitern und dafür die notwenigen gesetzlichen Rahmenbedingungen beziehungsweise erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Was die Vergütung angeht, sollten Impfvereinbarungen grundsätzlich um eine mandatorische Klausel ergänzt werden, dass neue Impfungen, auf die die Versicherten Anspruch haben, ab dem Tag der Anspruchsberechtigung im Rahmen des Sachleistungsprinzips zugänglich sind. Auch sollte die Steigerung der Impfquoten endlich beim Honorar berücksichtigt werden.

OTC-Switch statt Rx-Abgabe

Ein Schritt in die richtige Richtung ist laut Pharma Deutschland die Möglichkeit, in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Arzneimittel auch ohne Vorlage einer ärztlichen Verschreibung abgeben zu können. „Damit wird die Versorgung von Patientinnen und Patienten effektiver und effizienter sowie die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker untermauert.“ Allerdings sollten auch die Hersteller bei der Erstellung der Vorgaben eingebunden werden.

Grundsätzlich sollten OTC-Switches vereinfacht werden, erinnert der Pharmaverband und schlägt ein Verfahren vor, nach dem die Hersteller die Aufhebung der Verschreibungspflicht selbst beantragen können. Liegen genügend Erfahrungen mit dem Medikament vor, soll die Verschreibungspflicht dann automatisch aufgehoben werden. Gleichzeitig wird ein mindestens einjähriger Verwertungsschutz gefordert.

Schließlich sollen Apotheken künftig Beratungsleistungen zu digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) anbieten und diese auch abgeben dürfen.