pDL und Impfen: Hersteller feiern ApoVWG 22.05.2026 17:55 Uhr
Applaus für die Apothekenreform kommt auch aus der Pharmaindustrie: Kenvue feiert eine neue pharmazeutische Dienstleistung (pDL), GlaxoSmithKline (GSK) freut sich über die Erweiterungen beim Impfen.
Eine der mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) neu eingeführten pDL ist die „Beratung in Form einer Kurzintervention zur Prävention tabakassoziierter Erkrankungen“. Der Begriff „Kurzintervention“ bezieht sich laut Entwurf auf eine „strukturierte, zeitlich begrenzte Maßnahme, die darauf abzielt, Verhaltensänderungen herbeizuführen“. Zur Begründung heißt es: „Apotheken bieten eine niedrigschwellige Möglichkeit für Beratungen in Form einer Kurzintervention, um aufhörwillige Raucherinnen und Raucher bei der Entwöhnung zu unterstützen oder Menschen mit geringerer Aufhörbereitschaft zur Tabakentwöhnung zu motivieren.“
Vorgesehen ist eine „kurze, zielgerichtete Gesprächs- oder Beratungssitzung sowie erforderlichenfalls die Information über weiterführende Hilfsprogramme“. Verwiesen wird auf die S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung“. Die Details müssen Deutscher Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband aushandeln. „Ziel ist es, das Bewusstsein für die negativen Auswirkungen des Tabakkonsums zu schärfen, die Motivation zum Aufhören zu stärken und konkrete Schritte zur Veränderung zu fördern, um das Risiko tabakassoziierter Erkrankungen zu reduzieren“, so das Bundesgesundheitsministerium.
Kenvue sieht in der strukturellen Verankerung der pDL ein großes Potential für eine bessere Gesundheitsversorgung und Förderung der Prävention. Laut einer Befragung bestätigen 61 Prozent der Apotheken, dass die pDL ein wirksames Instrument der Gesundheitsprävention sind. „Wir begrüßen insbesondere die pDL zur Rauchentwöhnungsberatung. Sie ist ein richtungsweisender Schritt zur Prävention tabakassoziierter Erkrankungen und damit zur langfristigen Entlastung unseres Gesundheitssystems.“
69 Prozent der Apotheken würden die pDL zur Rauchentwöhnung in ihrer Apotheke anbieten. Damit können sie laut dem Nicorette-Hersteller entscheidend dazu beitragen, Menschen beim Weg aus der Tabak- und Nikotinabhängigkeit zu unterstützen. Als niedrigschwelliges Versorgungsangebot müsse diese neue pDL nun zügig und praxisnah umgesetzt werden.
„Die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen leisten einen wichtigen Beitrag zur niedrigschwelligen, wohnortnahen Versorgung von Menschen. Insbesondere das Angebot einer Rauchentwöhnungsberatung in der Apotheke ist ein Meilenstein zur Unterstützung von Betroffenen und damit zur Senkung der Rauchprävalenz in Deutschland“, so Victor Geus, Area Managing Director Central Europe bei Kenvue.
Bei GSK freut man sich über die Ausweitung der Impfungen auf alle Totimpfstoffe. Außerdem sollen nicht nur Apothekerinnen und Apotheker Impfungen anbieten dürfen. Nach entsprechenden Schulungen sollen PTA, Pharmazieingenieurinnen und -ingenieure sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) ebenfalls impfen dürfen.
„Impfen in Apotheken stärkt die Prävention, weil das Angebot der Hausärzte damit sinnvoll ergänzt wird. Das kann dazu beitragen, die zu niedrigen Impfquoten in Deutschland zu verbessern und schafft ein breiteres Angebot, das mehr Menschen erreicht. Entscheidend ist jetzt das Tempo bei der Umsetzung: Nur wenn sich möglichst viele Apothekenteams schnell und flächendeckend qualifizieren können, ist das System zur Impfsaison im Herbst bereit“, so ein GSK-Sprecher.