Müller: „‚Versorgung light‘ ist keine langfristige Lösung“ 30.01.2026 17:13 Uhr
Der Bundesrat hat heute über das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) beraten. Die Länderkammer hat unter anderem für die Streichung der von der Bundesregierung geplanten PTA-Vertretung gestimmt. Eine „Versorgung-Light“ sei keine langfristige Lösung, heißt es aus Brandenburg.
„Apothekerinnen und Apotheker tragen täglich große Verantwortung. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung und zur Arzneimittelsicherheit in unserem Land und sind auch in Krisenzeiten verlässliche Partner“, betont Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos). Apotheken vor Ort sicherten die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten und böten Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige, umfassende pharmazeutische Beratung – darauf bestehe zu Recht ein uneingeschränkter Anspruch.
„Mit unserem heutigen Stimmverhalten im Plenum haben wir deutlich gemacht: Wir stehen fest an der Seite der Apothekerinnen und Apotheker und erteilen einer Verwässerung ihrer Kompetenzen eine klare Absage. Eine ‚Versorgung light‘ ist keine langfristige Lösung. Für uns haben Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie Qualität der Apotheken oberste Priorität. Wir setzen uns im Bundesrat daher ebenfalls für die umgehende Erhöhung des Fixzuschlages bei der Apothekenvergütung ein, die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung den Apothekerinnen und Apothekern zugesagt wurde“, erklärt Müller.
Die neue Regelung im Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht die Möglichkeit vor, die Apothekenleitung durch PTA vertreten zu lassen. Das solle der vorübergehenden Aufrechterhaltung des Betriebs dienen, um die Arzneimittelversorgung in ländlichen Regionen sicherzustellen. Eine solche Vertretung soll demnach für bis zu 20 Tage im Jahr zulässig sein, jedoch längstens an zehn zusammenhängenden Tagen. Die Vertretung soll dabei unter anderem nur erfolgen dürfen, wenn sich im Umkreis von mindestens sechs Kilometern keine weitere Apotheke befinde.