Bundesrat will PTA-Vertretung streichen

BVpta: „Brauchen tragfähige Konzepte, nicht Stillstand“ 30.01.2026 18:17 Uhr

Berlin - 

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung unter anderem für die Streichung der von der Bundesregierung geplanten PTA-Vertretung gestimmt. Der Bundesverband pharmazeutisch-technischer Assistent:innen (BVpta) zeigt sich sehr enttäuscht über die ablehnende Haltung der Länderkammer – insbesondere da der Gesetzentwurf zur PTA-Vertretung bereits deutliche Einschränkungen gegenüber dem ursprünglichen Referentenentwurf enthalten habe.

Der Bundesrat begründe seine Ablehnung unter anderem mit der unterschiedlichen Qualifikation von PTA und approbierten Apotheker:innen sowie möglichen Risiken für die Arzneimittelsicherheit und Beratungsqualität. Der BVpta teile zwar die Einschätzung, dass diese Qualifikationsunterschiede klar benannt und respektiert werden müssten, sehe darin jedoch keinen Widerspruch zu einer streng geregelten, qualifikationsgebundenen PTA-Vertretung.

„Wir haben von Anfang an betont: Eine PTA-Vertretung darf keine Gleichsetzung mit der Approbation sein. Genau deshalb haben wir uns für eine verbindliche Weiterqualifizierung, klare Zuständigkeiten und enge Grenzen ausgesprochen“, erklärt die Vorsitzende Anja Zierath. Es sei enttäuschend, dass der Bundesrat die PTA-Vertretung pauschal ablehne, anstatt die ursprünglich vorgesehenen qualitativen Sicherungsmechanismen weiterzuentwickeln.

Dass sich der Bundesrat nun auch noch gegen diese bereits sehr restriktive Regelung positioniert habe, lasse aus Sicht des BVpta nur den Schluss zu, dass den PTA diese Verantwortung offenbar nicht zugetraut werde. „Es ist das wiederholte Signal, dass über unsere Berufsgruppe entschieden wird, ohne sich ernsthaft mit unseren Entwicklungs- und Zukunftsperspektiven zu befassen. Die Vertretung war für uns nie das einzige Ziel: Wir waren offen für Alternativen, für andere Wege der Weiterqualifizierung und Aufgabenerweiterung. Doch statt Lösungen oder neuer Angebote erleben wir erneut Stillstand. So gehen wir am Ende komplett leer aus.“

Ein kategorisches Nein helfe weder den Apotheken vor Ort noch der Versorgung der Patientinnen und Patienten. „Was wir brauchen, sind tragfähige Konzepte mit klaren Qualifikationsanforderungen, nicht Stillstand.“

Indem sich nun anschließenden parlamentarischen Verfahren werde der BVpta nochmals an die Abgeordneten appellieren, die Diskussion über die PTA-Vertretung offen, faktenbasiert und ohne Vorfestlegung zu führen. „Jetzt darf es nicht beim Abwarten bleiben. Der Bundestag hat nun die Chance, eine Lösung zu entwickeln, die Qualität sichert, Verantwortung klar regelt und den PTA-Beruf nicht ausbremst, sondern sinnvoll weiterentwickelt, im Schulterschluss mit der Apothekerschaft.“ Der Verband werde auch das Gespräch mit der Bundesgesundheitsministerin suchen und steht für den weiteren Dialog bereit.