Apothekenreform

ApoVWG passiert den Bundesrat 12.06.2026 11:40 Uhr

Berlin - 

Als erster Teil der Apothekenreform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) nun die letzte Hürde genommen: Der Bundesrat hat das Gesetz heute abgesegnet. 

Es ist geschafft: Der Bundesrat hat das ApoVWG abgesegnet, Anträge auf das Anrufen des Vermittlungsausschusses lagen nicht vor.

„Die Apothekenreform ist ein wichtiger Schritt, um das Apothekennetz zu erhalten und die wohnortnahe Versorgung langfristig zu sichern“, lobte Stefanie Drese, Gesundheitsministerin Mecklenburg-Vorpommern. Die Apotheken stünden seit langer Zeit vor großen Herausforderungen und stießen wirtschatflich und personell an Grenzen. Besonders dünn besiedelte Regionen seien betroffen, so die SPD-Politikerin.

„Wir sind uns alle einig: Das etablierte System hat sich bewährt.“ Gerade in Krisenzeiten seit das Netz belastbar, das sein ein besonderer Wert.

Man habe lange und intensiv, aber stets sachlich und zielführend gerungen. Alleine ihr Land habe drei Änderungsanträge vorgelegt. Das gemeinsame Ziel sei klar: die Stärkung der Apotheke vor Ort.

Dazu gehörten Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit; sie sei dankbar, dass das Kabinett nach langem Ringen die Erhöhung des Fixums beschlossen habe. „Das schafft Finanzierungs- und Planungssicherheit.“ Der Schritt sei existenziell für die Apotheken, denn bisher stünden steigender Aufwand und höhere Kosten einer stagnierenden Vergütung gegenüber.

Gleichzeitig werde das System moderner und patientennäher, so die SPD-Politikerin. Die Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) passe sehr gut, um Gesundheitsförderung und Prävention auszubauen.

Sie verstehe außerdem nicht die Kritik der Ärzteschaft an den erweiterten Impf- und Testmöglichkeiten. „Das ist ähnlich wie bei der Aufwertung von Pflegekräften: Hier müssen Kooperationsfähigkeit und Einsicht bei einigen Beteiligten noch wachsen.“

Außerdem sorge die Reform für mehr Flexibilität. So lobte Drese die Honorierung von Teilnotdiensten, wie es sie in Mecklenburg-Vorpommern bereits gebe. Sie mahnte allerdings, dass die PTA-Vertretung keine Versorgungsprobleme löse. „Inhabergeführte Apotheken sind für die Versorgung der Menschen die besten Apotheken“, betonte sie.

Auch Dr. Andreas Philippi (SPD) aus Niedersachsen warnte, dass die PTA-Vertretung nicht zu einer strukturellen Schwächung führen dürfe. Auch er hob die geplante Fixumserhöhung und Kompetenzerweiterungen hervor. Die Apotheken hätten damit die Chance, sich noch stärker als bisher von der Konkurrenz abzuheben.

Apotheken seien unverzichtbar: Sie seien verantwortlich für die korrekte Abgabe und kompetente Beratung. Für viele Menschen seien sie der erste Kontakt im Gesundheitswesen.

„Dennoch erleben wir seit Jahren eine sehr besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Apotheken sinkt kontinuierlich, sie kämpfen mit Fachkräftemangel und stetig steigenden Kosten. Häufig findet sich kein Nachfolger. Die wirtschaftliche Belastung hat ein enormes Ausmaß angenommen, das sogar die Versorgungssicherheit gefährden könnte.“