APOTHEKE LIVE am Donnerstag 13 Uhr

Apothekenreform: Streitthema PTA-Vertretung 17.02.2026 09:00 Uhr

Berlin - 

Die PTA-Vertretung soll kommen – zunächst auf Probe und nur auf dem Land. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat seine Pläne deutlich abgespeckt, die Kritik ist aber nicht geringer geworden. Die Abda warnt vor einem Systemwechsel, doch auch der Bundesverband für Pharmazeutisch-Technische Assistent:innen (BVpta) ist unzufrieden. Am Donnerstag ab 13 Uhr diskutieren wir darüber im APOTHEKE LIVE powered by APOTHEKE ADHOC und PTA IN LOVE.

Die Abkehr vom sprichtwörtlichen Apotheker in seiner Apotheke sei der erste Schritt auf dem Weg zu Apothekenketten, warnt die Abda. Dies impliziere, dass die Anwesenheit eines Apothekers beim Betrieb einer Apotheke nicht zwingend erforderlich sei. „Diese Wertung ist geeignet, das apothekenrechtliche Fremdbesitzverbot, dass den Apotheker und den Patienten vor einer unsachgemäßen Einflussnahme Dritter schützt, zu hinterfragen. Wir sehen keine Veranlassung, Abweichungen von dem Grundsatz, dass eine Apotheke nur mit einem anwesenden Apotheker betrieben werden darf, zuzulassen oder auch nur zu erproben.“

BMG hält an PTA-Vertretung fest

Doch das BMG hält an der PTA-Vertretung fest. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gerade in ländlichen Regionen sei die praktische Erprobung einer befristeten Vertretung einer Apothekenleitung durch PTA notwendig: „Die Bundesregierung bekennt sich zum apothekenrechtlichen Fremdbesitzverbot, das sie durch die Erprobung der vorgesehenen Vertretungsregelung nicht in Frage gestellt sieht“, heißt es in der Gegenäußerung.

Die Apothekenleitung sei unverändert persönlich verantwortlich und müsse sich aktiv für eine solche befristete Vertretung entscheiden. Zudem müsse die Apothekenleitung oder die Filialleitung während der Vertretungszeit stets erreichbar sein.

Exklusive Land-Vertretung inakzeptabel

Der BVpta wiederum findet die Kompromisslösung schlecht: „Es ist völlig unverständlich, warum eine PTA in der Großstadt eine Tätigkeit nicht verüben darf, die einer PTA im ländlichen Raum zugetraut wird. Das spaltet Berufsgruppen und Regionen und löst kein einziges Versorgungsproblem und gefährdet die Akzeptanz der Reform!“

Die Beschränkung auf ländliche Regionen vermittle den Eindruck, dass dort geringere fachliche Maßstäbe gelten würden – das sei inakzeptabel.

Kompetenz hänge nicht vom Standort, sondern von Ausbildung, Berufserfahrung und gezielter Weiterqualifizierung ab. Besonders kritisch bewertet der BVpta daher, dass die ursprünglich vorgesehene zweijährige berufsbegleitende Weiterqualifizierung vollständig entfallen sei. Stattdessen solle eine PTA bereits nach formaler Berufserfahrung und interner Einweisung durch die Apothekenleitung zur Vertretung befugt sein.

Abwertung des PTA-Berufs

„Mehr Verantwortung ohne verbindliche Weiterbildung ist keine Aufwertung, sondern eine Abwertung unseres Berufes. Wer PTA ernsthaft stärken will, muss in Qualifikationen investieren, nicht sie streichen“, fordert der BVpta.

PTA seien keine Lückenbüßer, die „praktische Erprobung“ ersetze kein strukturiertes Qualifikationskonzept. Anstatt eines klaren Anforderungsprofils würden Parameter zugrunde gelegt, die sich einer objektiven Nachvollziehbarkeit entziehen. „Welche langjährige berufliche Erfahrung in welchen Tätigkeitsbereichen ist erforderlich? Und was ist mit langjährigen Teilzeitbeschäftigten? Land ja, Stadt nein?“

Wie also soll es weitergehen bei diesem umstrittenen Thema? Darüber diskutieren

  • Dr. Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin und Vizepräsidentin der Abda
  • Anja Zierath, Bundesvorsitzende BVpta

Die Moderation übernimmt Chefredakteurin Nadine Tröbitscher.

Das APOTHEKE LIVE wird präsentiert von APOTHEKE ADHOC und PTA IN LOVE. Am Donnerstag ab 13 Uhr live – angemeldete Nutzerinnen und Nutzer haben bei APOTHEKE ADHOC Webinar die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Jetzt registrieren!