Pressemitteilung

Vorhofflimmern: Wenn das Herz aus dem Takt gerät 02.11.2026 09:10 Uhr

Mal rast und poltert das Herz, mal bleibt die Rhythmusstörung unbemerkt. Warum Vorhofflimmern dennoch gefährlich ist, wie es erkannt wird und welche Behandlungen helfen können, zeigt die Titelgeschichte „Sturm im Herzen“ der aktuellen Apotheken Umschau.

Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland erhält im Laufe des Lebens die Diagnose Vorhofflimmern. „Mehr als ein Drittel der Betroffenen merkt nichts davon“, sagt Prof. Dr. Stephan Willems, Chefarzt der Kardiologie an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg, in der Apotheken Umschau. Statt Herzrasen oder Herzstolpern fühlen sich Betroffene manchmal nur abgeschlagen, haben etwas Luftnot, Schwindel oder sind weniger leistungsfähig. Wer plötzlich ohne erkennbaren Grund weniger belastbar ist, sollte auch an eine Herzrhythmusstörung denken.

Die größte Gefahr ist ein Schlaganfall: Menschen mit Vorhofflimmern haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko, dass ein Gerinnsel eine wichtige Arterie im Gehirn blockiert. Weil die Vorhöfe flimmern, kann der Blutfluss ins Stocken geraten und das Blut verklumpen. Viele Betroffene erhalten deshalb gerinnungshemmende Medikamente. Ob sie nötig sind, wird nach der Diagnose anhand eines Risikoscores beurteilt. Vorhofflimmern kann zudem zu Herzschwäche führen.

Zu den Risikofaktoren gehören Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Schlafapnoe, chronischer Stress sowie eine Schilddrüsenüberfunktion. Wird Vorhofflimmern festgestellt, sollten Risikofaktoren unbedingt mitbehandelt werden, schreibt die Apotheken Umschau. Bei Menschen, die zu Vorhofflimmern neigen, kann auch Alkohol eine Attacke auslösen – oft reicht schon eine geringe Menge.

Warnsignale ernst nehmen, Ablation früh erwägen

Eine Smartwatch kann Hinweise auf Vorhofflimmern geben, die ärztliche Diagnose aber nicht ersetzen. „Ein Warnhinweis ist eben keine Diagnose“, sagt die Kardiologin Dr. Konstanze Betz, Ärztin zur Weiterbildung in der Kardiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für Digitale Medizin, im Interview mit der Apotheken Umschau. Dafür ist ein EKG nötig. Wiederholte Hinweise sollten auch ohne Beschwerden hausärztlich abgeklärt werden. Bei starken Brustschmerzen oder Luftnot gilt: den Notruf wählen.

Hört das Herz während einer Attacke nicht auf zu rasen oder ist das Vorhofflimmern bereits anhaltend, kann eine Kardioversion den regelmäßigen Rhythmus zunächst wiederherstellen. Die Betroffenen erhalten dazu entweder Medikamente oder in Narkose einen kurzen Stromstoß. Nachhaltig ist das jedoch nicht. Eine Ablation ist bislang die einzige Methode, die Vorhofflimmern sozusagen heilen kann. Dabei wird über einen Katheter Herzgewebe verödet, um Störsignale zu unterbrechen. Bei anfallsartigem Vorhofflimmern sind danach bis zu 80 Prozent der Behandelten dauerhaft beschwerdefrei, bei anhaltendem Vorhofflimmern etwa die Hälfte.

„Man sollte so früh wie möglich eine Ablation erwägen“, sagt Prof. Dr. Isabel Deisenhofer vom Deutschen Herzzentrum München. Denn mit jeder Attacke verändere sich das Herz, und die Neigung zu weiterem Vorhofflimmern nehme zu. Die Titelgeschichte der Apotheken Umschau 11A schildert auch die Erfahrungen von Betroffenen – darunter Silvia G., die sich nach Jahren der Angst vor der nächsten Attacke für eine Ablation entschieden hat und in ihrer Selbsthilfegruppe Halt findet.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau 11A/2026 ist aktuell in den meisten Apotheken erhältlich. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.apotheken-umschau.de sowie auf Instagram und YouTube.

Über die Apotheken Umschau

Die Apotheken Umschau ist in Deutschland das mit Abstand meistgelesene Gesundheitsmagazin. Zwei Ausgaben im Monat informieren über alle wichtigen Themen rund um die Gesundheit, mit wertvollen Ratschlägen. Aktuelles medizinisches Wissen wird auf seriöse, fachlich kompetente und allgemein verständliche Weise vermittelt. Die Auflage liegt bei 4,55 Mio. verkauften Exemplaren monatlich (A+B, IVW 3/2026), 14,26 Mio. Menschen lesen das Gesundheitsmagazin jeden Monat (AWA 2026). apotheken-umschau.de steht für seriöse Inhalte und umfassende Gesundheitsinformationen mit gründlicher Recherche. Das Gesundheitsportal verzeichnet monatlich 2,29 Mio. Nutzer 16+ (agma DNA 9/2026).