Pressemitteilung

Studie der Uni Freiburg liefert weitere Hinweise auf entzündungshemmende Wirkung der Senföle 23.10.2014 10:00 Uhr

Isothiocyanate (Senföle) aus Kapuzinerkresse und Meerrettich (in ANGOCIN® Anti-Infekt N) werden seit mehr als fünfzig Jahren zur kausalen Therapie von akuten unkomplizierten Harn- und Atemwegsinfek¬tionen eingesetzt. Die antibakterielle und antivirale Wirksamkeit des Senfölgemischs ist in zahlreichen Forschungsarbeiten dokumentiert[1-7]. Eine Studie der Universität Freiburg lieferte jüngst weitere Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung des Phytotherapeutikums[8]. Die Freiburger Wissenschaftler stellten fest, dass bereits mit einer einmaligen Gabe von fünf Tabletten* des pflanzlichen Arzneimittels Konzentrationen der Isothiocyanate (ITC) im Urin erreicht wurden, die zu statistisch signifikanten antiinflammatorischen Wirkungen führen könnten. Die ermittelten Konzentrationen entsprachen dabei den antiphlogistisch wirksamen ITC-Wirkstoffmengen aus mehreren internationalen Publikationen[9-11]. In diesen Untersuchungen wurden separat für jedes der drei in Angocin vorkommenden Senföle die entzündungshemmenden Wirkstoffkonzentrationen ermittelt, die auch bei der Studie der Uni Freiburg erreicht wurden. „Die hohe Wiederfindungsrate der Senföle im Urin liefert plausible Anhaltspunkte für die bereits früher postulierte entzündungshemmende Wirkung der Senföle bei Harnwegsinfektionen“, sagt der Mikrobiologe Prof. Uwe Frank, der die Grundlagen zur antiinfektiven Wirksamkeit der Senföle an den Universitätskliniken Heidelberg und Freiburg erforschte.

Im menschlichen Körper konzentrieren sich die Isothiocyanate (ITC) im Bronchialepithel der Lunge und bei der Ausscheidung über die Blase in den Harnwegen. Hiermit erklärt sich die gute Wirksamkeit des Phytothera-peutikums bei akuten unkomplizierten Harnwegs- und Atemwegsinfekten. Die antibakterielle und antivirale Wirksamkeit des Senfölgemischs ist in mehreren in vitro- und klinischen Studien und Untersuchungen belegt, auch zur Prophylaxe bei häufig wiederkehrenden Zystitiden und Erkältungskrankheiten[1-7]. Träger der antimikrobiellen Wirkung sind die in beiden Pflanzen enthaltenen Glucosinolate. Aus diesen Stoffen werden nach oraler Aufnahme auf enzymatischem Wege die Isothiocyanate gebildet (aus Kapuzinerkresse Benzylisothiocyanat und aus Meerrettich Allyl- sowie 2-Phenylethylisothiocyanat), welche die eigentlichen antimikrobiell aktiven Substanzen darstellen.

Hohe ITC-Wiederfindungsraten im Urin nach Einnahme weniger Tabletten
Die Freiburger Wissenschaftler konnten ihre zunächst in vitro ermittelten Ergebnisse auch in vivo bestätigen: Bereits die einmalige Einnahme von fünf Senföl-Tabletten* bewirkte ITC-Konzentrationen im Urin, die zu signifikanten antiphlogistischen Wirkungen führen könnten[8]. Die Konzentrationen, die hierbei erreicht wurden, entsprachen den antiphlogistisch wirksamen ITC-Wirkstoffmengen, die in mehreren internationalen Publikationen ermittelt wurden[9-11]. Hieraus lasse sich schließen, dass die für eine physiologische Wirksamkeit erforderlichen ITC-Konzentrationen auch in vivo erreicht werden, wodurch die entsprechend positiven entzündungshemmenden Effekte in der Harnblase zu erklären sind, so die Forscher. Eine höher dosierte oder wiederholte Gabe des pflanzlichen Arzneimittels, wie zum Beispiel in der Standard-Dosierung von 3x4 Tabletten am Tag, könnte zu einer deutlich stärkeren Anreicherung der Isothiocyanate in der Harnblase und damit zu einer gesteigerten Wirksamkeit führen, resümieren die Wissenschaftler.

Wirksam auch gegen resistente Formen uropathogener Erreger
Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch die deutliche antibakterielle Wirkung der Senföle gegen ESBL-bildende Bakterien, zum Beispiel E. coli und Klebsiellen sowie weitere uropathogene Erreger wie P.aeruginosa – Hauptverursacher von Katheterassoziierten Infektionen der Harnwege –, gegen die chemisch-synthetische Antibiotika immer häufiger wirkungslos sind[12]. In Laboruntersuchungen zeigten die Isothiocyanate aus Kapuzinerkresse und Meerrettich selbst gegen Antibiotika resistente Spezies dieser und weiterer Keime eine ausgeprägte bakteriostatische und bakterizide Wirkung[3,4]. Für die Senföle konnte eine Resistenzentwicklung gegenüber Bakterien bisher nicht beobachtet werden[1-4].

„Die Vorteile für die Therapie von unkomplizierten Zystitiden mit Isothiocya-naten liegen damit auf der Hand“, so Frank. „Eine gute und schnelle antiphlogistische und antibakterielle Wirksamkeit bei zugleich geringer Nebenwirkungsrate und die passive Reduktion der Antibiotikaresistenz“, erklärt der Experte.

*Standardosis:
Erwachsenen und Jugendliche über 12 Jahre: 3mal täglich 4 Filmtabletten
Kinder von 6 bis 12 Jahren: 3mal täglich 3 Filmtabletten



Literatur:
Die Quellen 1-12 können auf Wunsch unter folgendem Pressekontakt angefordert werden: