Pressemitteilung

E-Rezept: Chance oder Apothekenkiller? 30.03.2022 10:44 Uhr

Der flächendeckende Start des E-Rezeptes wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, stattdessen wird weiter getestet. Die aktuelle aposcope-Befragung, die heute bei der Zukunftskonferenz VISION.A vorgestellt wird, liefert einen Einblick zum Status Quo in den Apotheken: Neun von zehn Inhaber:innen haben noch kein E-Rezept in ihrer Apotheke verarbeitet. Von Euphorie ist wenig zu spüren.

Die Mehrheit (86 %) der Inhaber:innen ist froh, dass die Einführung des E-Rezeptes verschoben wurde. Bei den PTA sind es 76 Prozent, bei den angestellten Approbierten 67 Prozent. Dennoch machen sich die Teams für die große Unbekannte bereit. 65 Prozent der Inhaber:innen und 47 Prozent der angestellten Apotheker:innen und PTA bereiten sich aktiv – beispielsweise durch Schulungen – auf den Empfang von E-Rezepten vor. Nadine Tröbitscher, Chefredakteurin von PTA IN LOVE, präsentierte die Ergebnisse am Mittwoch gleich zum Start von VISION.A.

Wie die aposcope-Befragung zeigt, konnten die Teams bislang nur wenig Erfahrungen sammeln. 93 Prozent der Inhaber:innen haben noch kein E-Rezept in ihrer Apotheke verarbeitet. Bei den angestellten Apotheker:innen sind es 82 Prozent und bei den PTA 78 Prozent.

Auch bei der Zahl der belieferten E-Rezepte zeigen sich Unterschiede – 1,5 sind es im Durchschnitt bei den befragten E-Rezept-erfahrenen Inhaber:innen. Dem gegenüber stehen 24,45 bei den Filialleiter:innen und angestellten Apotheker:innen und 15,68 E-Rezepte bei den PTA. Von einem flächendeckenden Testing kann noch keine Rede sein. Es zeigen sich Unterschiede nach Bundesland.

Inhaber:innen sehen beim E-Rezept schwarz
Für 70 Prozent der Arbeitgebenden ist das E-Rezept ein Apothekenkiller. PTA sind gespalten – 50/50 lautet das Ergebnis. Außerdem wird ein Generationsunterschied deutlich: Mehr als die Hälfte der angestellten Apotheker:innen und PTA bis 50 Jahre sehen das E-Rezept als Chance, ab 50 Plus sind es nur noch 37 Prozent.

Neun von zehn Inhaber:innen fürchten Probleme bei der Patientenversorgung aufgrund von technischen Fehlern der TI. Hinzu kommen Bedenken in puncto Sicherheit, Einbindung in den Apothekenalltag, Probleme bei Rezeptänderungen, Abrechnung, Abwanderung der Kundschaft zum Versandhandel, Praxen und Kundschaft. 38 Prozent haben weder Bedenken noch offene Fragen.

In diesem Jahr kommt das E-Rezept nicht – da sind sich die Inhaber:innen einig. Drei von zehn sagen im kommenden Jahr oder 2024, 32 Prozent vermuten später und 10 Prozent sagen nie.

Weitere Ergebnisse zur Befragung werden im Rahmen der Zukunftskonferenz VISION.A am 30. März in Berlin vorgestellt. Hier geht es zum kostenlosen Livestream.

Hinweis zur Methodik: Die Einschätzungen zum E-Rezept wurden als Teil der aposcope-Marktanalyse „Status Quo 2022: Digitalisierung in der Apotheke – Zahlen, Daten, Fakten zum Megatrend“ erhoben. Dafür wurden vom 1. bis 8. März 2022 insgesamt 502 verifizierte Apotheker:innen und PTA online befragt und lieferten Antworten auf mehr als 50 Fragen. Die Studie mit aufschlussreichen Informationen zusammengefasst in einem grafischen Ergebnisbericht und einem detaillierten Tabellenband kann zum Preis von 990,00 Euro netto erworben werden. Jetzt Ergebnisse sichern!

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