Versandhandel

Starke Nachfrage nach Mückenmitteln Carolin Bauer, 11.07.2016 13:11 Uhr

Berlin - 

Nach der Flut kommen die Mücken. Bereits nach dem Hochwasser im Jahr 2013 konnten Apotheken von einer höheren Nachfrage nach Repellents profitieren. Auch in diesem Jahr begünstigt das niederschlagsreiche Wetter die Verbreitung von Stechmücken in Süddeutschland. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Online-Suche der Kunden, die laut der Marketingagentur Dr. Kaske so hoch wie vor drei Jahren ist.

Die Nachfrage nach Mückenschutzmitteln im Internet beispielsweise über Suchmaschinen ist laut Dr. Kaske eigentlich „extrem zyklisch“. In den vergangenen beiden Jahren lag sie deutlich unter dem aktuellen Wert. Ein Grund für das große Interesse im Internet seien der laue Winter und die Niederschläge. Geht das Wasser in Überflutungsgebieten zurück, können sich die Insekten in Pfützen und Schlamm optimal vermehren.

Allein im Juli 2013 wurden mit Repellents in Apotheken rund 3,3 Millionen Euro umgesetzt; im gesamten vergangenen Jahr waren es dagegen nur 4,4 Millionen Euro. Die Hersteller hatten 2013 die Produktion hochgefahren, um in Hochwassergebieten Engpässe zu vermeiden.

Auch Versandapotheken weisen ihre Kunden gezielt auf Mückenschutzmittel hin. Sucht ein Käufer etwa nach Sonnenschutz- oder Zeckenmitteln, wird ihm weiter unten in der Regel angezeigt, „was andere Kunden auch kauften“. Diese Cross-Selling-Empfehlungen spiegeln laut Dr. Kaske aber nicht die Verteilung im Markt wider.

Marktführer Anti Brumm (Hermes Arzneimittel) wird bei Versandapotheken pro Jahr lediglich rund 99.900 Mal als zusätzliche Empfehlung genannt. Autan kommt dagegen auf einen fast dreimal so hohen Wert: Der Klassiker, der hierzulande von Klosterfrau vertrieben wird, wurde rund 293.000 Mal genannt. Auch Doctan (Double Hill) wird laut Kaske empfohlen. Das Präparat mit Icaridin kommt allerdings nur auf rund 3800 Nennungen.

Die Daten zum Cross-Selling erhebt Dr. Kaske von den Internetseiten der Versandapotheken. Hierfür kooperiert die Firma unter anderem mit dem Marktforschungsunternehmen GfK und dem Business Intelligence Anbieter Similar Web. Datengrundlage sind die Reichweiten der Top 24 Versandapotheken und Aufrufe von mehr als 50.000 Produktseiten. Die Versender können die Produkte nach Parametern gezielt aussteuern. Technisch kann beispielsweise ausgeschlossen werden, dass Konkurrenzprodukte empfohlen werden.

Autan büßte 2015 sowohl nach Umsatz als auch nach Absatz ein Drittel ein und kam auf einen Marktanteil von 17 Prozent, nach 26 Prozent im Vorjahr. Auf Basis der Abverkäufe (Sell-out) war die Entwicklung noch nicht ganz so dramatisch. Branchenprimus Anti Brumm führt nach Umsatz mit 54 Prozent.