OTC-Hersteller

Omega: Geschäftsführer geht Patrick Hollstein, 04.07.2014 10:25 Uhr

Berlin - 

Der Namenswechsel ist vollzogen: Die Deutsche Chefaro heißt seit zwei Wochen Omega Pharma. Doch gleichzeitig gibt es wieder personelle Veränderungen: Geschäftsführer Martin Lisker hat das Unternehmen verlassen, die Zukunft des seit einem Jahr für den Apothekenkanal zuständigen Vertriebschefs Rolf Heckel ist derzeit ungewiss.

Lisker war seit Oktober 2012 Geschäftsführer bei Chefaro; unter seiner Führung wurde der Firmensitz erst von Waltrop nach Düsseldorf und dann zum ehemaligen Produktionsstandort von GlaxoSmithKline (GSK) im baden-württembergischen Herrenberg verlegt.

Dank der finanziellen Unterstützung des Mutterkonzerns in Höhe von 60 Millionen Euro konnte das Personal abermals um 40 Köpfe aufgestockt werden, sodass das Unternehmen Ende des Jahres knapp 240 Mitarbeiter beschäftigte. Vor allem im Außendienst soll Lisker die Kontakte genutzt haben, die er bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Bayer geknüpft hatte.

Doch während sich die 2012 von GSK übernommene Drogeriemarke Abtei gut entwickelte, bekam das Apothekengeschäft nicht den erhofften Schwung. Marken wie Wartner und Claire Fisher enttäuschten; die Kosmetikmarke hat Omega mittlerweile an Stada verkauft. Positiv entwickelten sich das ebenfalls von GSK übernommene Granufink und das neu eingeführte Opticalm. Die angekündigten Neueinführungen ließen bislang auf sich warten.

Gestern wurden die Vertriebsmitarbeiter über den Abgang von Lisker informiert. Gründe wurden nicht genannt; aus dem Unternehmen werden anhaltende Pannen und Probleme im Geschäftsablauf kolportiert. Angeblich konnten die Außendienstler monatelang das Computersystem des Unternehmens nicht nutzen; auch Umsatzziele sollen nicht erfüllt worden sein.

Die Deutsche Chefaro wurde 1972 als Tochter des Chemiekonzerns Akzo Nobel gegründet und 2001 durch den belgischen OTC-Hersteller Omega übernommen. 2012 erwirtschaftete das Unternehmen 54 Millionen Euro; mehr als die Hälfte entfiel auf das Apothekengeschäft, der Rest auf Drogerieartikel, die seit Oktober zum Unternehmen gehörten. Für 2013 hatte die Firma einen Umsatz von 90 Millionen Euro und ein positives Ergebnis angepeilt.

2012 hatte Omega für 470 Millionen Euro verschiedene OTC-Marken von GSK mit einem Umsatzvolumen von 200 Millionen Euro gekauft. Da das Unternehmen parallel durch Firmengründer Marc Coucke von der Börse genommen wurde, musste der Kauf über eine Anleihe finanziert werden.