Niederlande

Mediq: Versand statt Großhandel APOTHEKE ADHOC, 16.02.2012 15:21 Uhr

Berlin - 

Zahlenmäßig war 2011 für Mediq durchwachsen, strategisch ein gutes Jahr. Der Switch vom Apotheken- zum Ärztelieferanten ist auch die Flucht nach vorne: Denn als Großhändler leidet Mediq unter einer rückläufigen Geschäftentwicklung. Dagegen konnte der niederländische Konzern im Bereich der Hilfsmittelversorgung seine Position ausbauen, auch dank der Übernahme von Assist.

 

Insgesamt weist Mediq beim Umsatz ein Plus von 5 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro aus. Hier profitierte der Konzern von einem 17-prozentigen Umsatzanstieg auf 1,2 Milliarden Euro in den Geschäftsfeldern Homecare, Hilfsmittel-Versand und Praxis- beziehungsweise Klinikbelieferung. Positiv wirkten sich in diesem Bereich die Übernahmen des niederländischen Diabetes-Versorgers PBG und der französischen Medizinprodukte-Firma NM Médical aus.

Mit dem Kauf des deutschen Homecare-Spezialisten Assist, der Ende Dezember vom Bundeskartellamt genehmigt wurde, will Mediq sein Angebot im deutschen Markt über das Geschäft mit Diabetiker-Produkten hinaus erweitern. Das war 2011 rückläufig. Hintergrund ist die Umstrukturierung des Distributionsmodells, die bereits 2009 eingeleitet wurde: Statt Diabetes-Produkte über Depots in Diabetes-Praxen abzugeben, verkauft der Konzern mittlerweile hauptsächlich über die Filialen der Tochterfirma „Mediq Direkt Diabetes“ und über den Direktversand. Zudem versucht der Konzern, einen stärkeren Fokus auf Patienten mit dem Diabetes-Typ I zu legen. Allerdings hat der Strategiewechsel bislang nicht zu den von Mediq erhofften Ergebnissen geführt.

Verluste musste Mediq zudem im Apothekengeschäft und im Großhandel hinnehmen: In Polen, wo Mediq unter dem Namen ACP firmiert, ging der Umsatz im Großhandel um 5 Prozent auf 437 Millionen Euro zurück, während der Umsatz der Apothekenkette stagnierte. Zudem wirkten sich Kursverluste des polnischen Złoty gegenüber dem Euro negativ auf die Umsatzentwicklung aus.

In den Niederlanden blieb das Apothekengeschäft stabil auf einem Umsatzniveau von rund 630 Millionen Euro. In der Großhandelssparte sank der Umsatz allerdings um 6 Prozent auf 800 Millionen Euro. Grund war unter anderem der Wechsel der Apothekenkette Medsen zur Phoenix/Celesio-Tochter Brocacef. Insgesamt sank der Gewinn des Konzerns um 3 Prozent von 78,4 auf 75,7 Millionen Euro.