So kommt die Medizin ins Kind

Fünf Tipps zur Medikamentengabe bei Kindern Cynthia Möthrath, 17.08.2019 09:19 Uhr

Berlin - Weglaufen, Mund zu halten oder direkt ausspucken: Die Verabreichung von Medikamenten bei Kindern kann Eltern unter Umständen vor Herausforderungen stellen. Doch damit die Arzneimittel richtig wirken und helfen können, ist es wichtig, dass sie sicher appliziert werden. Hier kommen fünf Tipps, damit die Medizin sicher im Kind landet.

Tipp eins: Stehen, sitzen, liegen – die Lage macht´s!
Damit ein eventuelles Verschlucken verhindert wird, sollten die Kinder den Oberkörper aufgerichtet haben und sich stets in einem Winkel von mindestens 45 Grad befinden. Eine Einnahme im Liegen sollte hingegen vermieden werden. Ältere Kinder sollten Medikamente stets im Sitzen oder Stehen einnehmen. Lediglich für die Applikation von Nasentropfen kann eine liegende Verabreichung sinnvoll sein: Dies gilt vor allem für Säuglinge. Denn die Tropfen können nur an ihren Wirkort gelangen, wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird.

Tipp zwei: Einmalspritzen statt Löffel
„Medizin soll nicht schmecken, sondern helfen“: Dieser Ratschlag wird kaum ein Kind überzeugen. Häufig sind Säfte und Tropfen daher mit Geschmackskorrigenzien versetzt. So wird der unangenehme Eigengeschmack der Wirkstoffe verschleiert. Viele Kinder streiken dennoch bei der Verabreichung. Oft kann es helfen, den Saft nicht mit einem Löffel zu verabreichen, sondern die gewünschte Menge in eine Einmalspritze aufzuziehen: So ist zum einen die Dosierung genauer und das Arzneimittel kann den Kindern hinter die Backenzähne in die Wangentasche gespritzt werden. So umgeht man die Geschmackspapillen und die Kinder tun sich mit dem Schlucken leichter.

Tipp drei: Anatomie nutzen
Da die Augen besonders empfindlich sind, kann die Verabreichung von Augentropfen schwierig sein: Die Augen müssen jedoch nicht zwangsläufig weit geöffnet sein, um Ophtalmika zu applizieren. Das Arzneimittel kann auch bei geschlossenem Auge geträufelt werden: Dazu wird das Kind waagerecht auf den Rücken gelegt und zuerst das innere Augenlid von Schmutz oder Sekret vorsichtig mit Kochsalzlösung befreit. Anschließend wird ein Tropfen in die Kuhle des Augenwinkels gegeben. Öffnet das Kind die Augen, findet die Flüssigkeit ihren Weg ins Auge. Indem das Unterlid vorsichtig in Richtung Wange gezogen wird, kann dieser Prozess noch erleichtert werden, ohne dass der Tropfen wieder herausläuft. Zur Sicherheit können auch zwei zusammenhängende Tropfen ins Auge gegeben werden: Da die Kapazität des Bindehautsacks begrenzt ist, ist eine Überdosierung quasi ausgeschlossen und die überschüssige Menge läuft einfach hinaus.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Zunahme von Übergriffen in der Coronakrise

Codewort am HV: Apotheken helfen gegen häusliche Gewalt»

Genauigkeit fragwürdig

AMK sieht Schnelltest kritisch»

Corona-Hotspot in Bayern

Corona: Apotheker will helfen – und findet niemanden»
Markt

Erkältungsmittel

Sinupret-Saft: Bionorica streitet mit BfArM»

Corona beschleunigt Digitalisierung

Hersteller setzen auf eCommerce»

Verbraucher erwarten Schließungen

Nach Corona: Stationärer Handel in der Krise?»
Politik

„Abhängigkeit bei Medikamenten und Schutzausrüstung“

Altmaier: Brauchen mehrere Milliarden Schutzmasken»

Botendienst-Honorar

VIA: Kassen fallen Spahn in den Rücken»

Corona-Kampagne

SPD sagt: Danke, Apotheke»
Internationales

Maßnahmen gegen Corona

Österreich: Erste Geschäfte dürfen ab 14. April öffnen»

Wegen Mangel an Beatmungsgeräten

Tauchermasken für die Intensivstation»

Medizinische Schutzausrüstung

Trump: Export-Verbot von knappen Atemschutzmasken»
Pharmazie

Partikel im Vial

Fungizone geht retour»

Krebsmedikament gegen Immunreaktion

Jakavi bei Covid-19»

Rückruf

Isocillin muss retour»
Panorama

Baumwollmasken und chirurgischer Mundschutz

Viren werden beim Husten nicht gestoppt»

BAVC

Kurzarbeit in der Chemie- und Pharmabranche steigt rasant»

Hamburg

UKE empfiehlt Lockerung der Corona-Auflagen noch im April»
Apothekenpraxis

Engpässe wegen Corona

EMA empfiehlt Apothekenkontrolle und Versandbeschränkung»

So planen die Apothekenteams

Zwangsquarantäne, Morphin-Vorrat und Schnelltests»

Corona-Maßnahmen

Teilmengen: Kassen trauen Apotheken nicht»
PTA Live

50 Euro für eine Atemmaske?

Angeblicher Wucher: Reporter soll PTA bedroht haben»

Blindow-Schulen gehen online

PTA-Schüler: Online-Unterricht statt Osterferien»

Der Mann mit der Tüte

PTA findet 10.000 Euro zwischen Altmedikamenten»
Erkältungs-Tipps

Husten, Schnupfen, Heiserkeit 

Erkältung: Ab wann sollte man zum Arzt»

Schleimhautpflege gegen Infektionen

Gurgeln: Hausmittel mit Potenzial»

Wenn die Stimme versagt

Heiserkeit – Tipps für Vielsprecher»
Magen-Darm & Co.

Nicht nur Husten und Fieber

Covid-19: Durchfall als Symptom»

Tofu, Seitan & Co.

Vegan – der Verzicht auf alles tierische»

Besondere Ernährungsformen

Vegetarisch – Der Verzicht auf Fleisch»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Impfschutz

Kleiner Pieks – Großer Wert fürs Baby»

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Schwangerschaft 35 +»

Scheidenpilz, Cystitis & Ischiasschmerzen

Tipps bei typischen Symptomatiken in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»

Cannabidiol, THC, Vollspektrum & Co.

Blüte oder Extrakt – was sind die Unterschiede?»
HAUTsache gesund und schön

Sensibelchen mit besonderen Bedürfnissen

Allergische Haut: Weniger ist oft mehr»

Stärkung der Hautbarriere

Ectoin: Wasserspeicherwunder aus Bakterien»

Epidermis – die äußerste Körperschicht

Aufbau der Haut»