Beratungstipps

Fresh-up: Trockene Augen  APOTHEKE ADHOC, 23.01.2020 15:08 Uhr

  • Bei der Beratung von Patienten mit trockenen Augen sollten mehrere Faktoren wie Grunderkrankungen oder eingenommen Arzneimittel berücksichtigt werden. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Das trockene Auge oder Sicca-Syndrom (Keratoconjunctivitis sicca) ist eine Benutzungsstörung der Augenoberfläche. Durch eine erhöhte Verdunstung des Tränenfilms oder eine Verminderung der Tränenmenge entstehen bei Betroffenen Beschwerden wie Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Lidschwellung, Brennen, Kratzen, Reiben oder Druckgefühl der Augen. Was man dagegen tun kann und wann man zum Arzt gehen sollte, erklärt dieser Überblick.

Die Ursachen für das Sicca-Syndrom können vielfältig sein. Die englische Bezeichnung „Office-Eye-Syndrom“ gibt Rückschlüsse auf eine der häufigsten: lange Bildschirmarbeit in klimatisierten oder beheizten Räumen. Konzentrierte Blicke mindern die Blinkfrequenz, wodurch es zu einer stärkeren Verdunstung kommt – die Augenoberfläche trocknet aus.

Kosmetika wie Cremes oder Mascara können sowohl Auslöser als auch zusätzliche Reizung sein. Ein Wechsel oder das kurzzeitige Weglassen kann bereits Erleichterung bringen. Kontaktlinsen und Pflegemittel, obgleich sie schon länger vertragen werden, können auch zu Beschwerden führen. Bei trockenen Augen sind Kontaktlinsen generell nicht zu empfehlen und ihr Einsatz sollte am besten mit dem Augenarzt besprochen werden.

Neben exogenen Faktoren kann eine gestörte Tränenproduktion auch in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen und Medikamenten entstehen:

  • Colitis ulcerosa
  • Diabetes mellitus
  • das Sjörgen-Syndrom
  • hormonelle Veränderungen wie zum Beispiel das Klimakterium

Bei der Behandlung mit bestimmten Medikamenten kann es ebenfalls zu dieser Nebenwirkung kommen:

  • Acetylsalicylsäure
  • Antihistaminika
  • Anticholinergika
  • Beta-Rezeptorenblockern
  • Ergotamin
  • Neuroleptika
  • Reserpin
  • Thiazid-Diuretika
  • Trihexyphenidyl
  • Tri- und tetrazyklischen Antidepressiva

Besteht der Verdacht, dass die trockenen Augen nach erstmaliger Einnahme eines Medikaments auftraten, sollte der verschreibende Arzt aufgesucht werden, um möglicherweise eine Alternative oder Dosisreduktion zu erwägen.

Zur Behandlung leichter Beschwerden werden die fehlenden Tränen mit künstlicher Tränenflüssigkeit substituiert. Vor allem wasserbindende Stoffe wie Hyaluronsäure und Povidon findet man in vielen der Augentropfen. Bleiben die Beschwerden bestehen, greift man zu höher viskosen Augentropfen. Polividone, Carbomere und Celluloseesther verbessern die Haftung und führen zu einem stabilerem Tränenfilm.

Hochviskose Präparate wie Augengele und -cremes empfehlen sich vor allem für die Nacht, da diese lange am Auge verweilen, aber durch Schleierbildung auch zu eingeschränkter Sehkraft führen. Darin enthaltene Stoffe wie Vitamin-A oder Dexpanthenol können gereizten Augen zusätzlich Linderung schaffen.

Auf konservierungsmittelhaltige Präparate sollte man verzichten. Diese können durch Reduktion des Tränenfilms zu weiterem Austrocknen führen. Außerdem können Träger von weichen Kontaktlinsen durch Benzalkoniumchlorid irreversible Verfärbungen an ihren Sehhilfen erleiden. Mittlerweile gibt es konservierungsmittelfreie Augentropfen auch in Mehrdosenbehältnissen.

Lipidhaltige Tropfen und Sprays helfen zum einen durch Verdunstungsschutz des Tränenfilms, zum anderen Pflegen sie die Lidränder und beugen so Entzündungen vor. Bei hohem Leidensdruck können durch den Augenarzt Tränenpunktstopfen gesetzt werden. Hierbei werden Tränenpünktchen durch Plastikstöpsel (Punctum Plugs) verschlossen, wodurch weniger Tränenflüssigkeit abfließen kann und das Auge besser befeuchtet wird.