Hypertonie

Blutdrucksenker: Abends wirkt besser? Alexandra Negt, 26.10.2019 09:00 Uhr

Berlin - Blutdrucksenker werden in den meisten Fällen morgens eingenommen. In den Fachinformationen werden keine genaueren Angaben zum Zeitpunkt der zumeist einmal täglichen Einnahme gemacht. Aktuelle Analysen lassen vermuten, dass die Wirkung durch eine abendliche Einnahme vor dem Schlafengehen verbessert werden kann.

Spanische Forscher berichten aktuell von den Vorteilen einer abendlichen Einnahme von Antihypertonika. Die ersten Ergebnisse der großangelegten Hypertonie-Studie „Hygia“ zeigen, dass die Blutdruckwerte bei abendlicher Einnahme konstanter sind. Das Forscherteam um Ramón Hermida untersuchte den optimalen Einnahmezeitpunkt über sechs Jahre hinweg. An der Studie nahmen 19.000 Menschen teil. Die Hälfte der Studienteilnehmer nahmen ihre Medikamente abends, die übrigen nach dem Aufwachen. Mindestens einmal im Jahr überprüften die Ärzte den Blutdruck der Patienten mit ambulanten Blutdruckmessgeräten. Diese wurden vom Studienteilnehmer über 48 Stunden am Körper getragen.

Es zeigte sich, dass die Gruppe, die ihre Medikamente abends einnahm, bessere Werte über den gesamten Tag erzielte. Darüber hinaus war das Risiko ernsthafter Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, vermindert. 1752 Patienten der Studie erlitten eine schwere Erkrankung. Das Risiko eines tödlichen Verlaufs lag in der Gruppe, die ihre Medikamente vor dem Schlafengehen nahm, um die Hälfte niedriger.

Eine generalisierte Empfehlung einer Einnahme am Abend lehnen die spanischen Wissenschaftler ab. Sie raten hingegen zu einer regelmäßigen Langzeit-Blutdruckmessung, um die wirkliche arterielle Hypertonie zu diagnostizieren. So würde sich der ideale Einnahmezeitpunkt am sichersten bestimmen lassen.

Auch bei gesunden Menschen ist der Blutdruck im Tagesverlauf nicht konstant. Die niedrigsten Werte werden innerhalb der Tiefschlafphasen erreicht. Nach Zahlen der Deutschen Hodchdruckliga leiden drei von vier Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren an Bluthochdruck. 88 Prozent der Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung und drei Viertel sprechen ausreichend auf ihre Behandlung an und erzielen gute Blutdruckwerte.

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