Großhandelshonorar

Gehe: 50 Millionen Verlust durch 2hm-Vorschläge Tobias Lau, 11.12.2018 11:17 Uhr

Berlin - Einen Tag bevor der Wirtschaftsausschuss im Bundestag sich mit dem umstrittenen 2hm-Gutachten auseinandersetzt, redet Gehe der Politik noch einmal ins Gewissen. Der Stuttgarter Großhändler verweist erneut auf die Forderungen seines Whitepapers. Die Umsetzung der Vorschläge aus dem Gutachten würde für Gehe einen Ertragsverlust von 50 Millionen Euro bedeuten, so Geschäftsführer Dr. Peter Schreiner.

„Es kann nicht sein, dass wir als Großhändler seit Jahren die finanziell Leidtragenden sind, während die Reserven der Krankenkassen mittlerweile den Höchststand von mehr als 21 Milliarden Euro erreicht haben“, beklagt Schreiner. Aus Sicht des Großhändlers geht das 2hm-Gutachten einen Schritt in die richtige Richtung – und einen Schritt in die falsche. So schlägt es in Bezug auf die Großhandelsvergütung vor, den Festzuschlag von heute 70 auf 96 Cent pro Packung zu erhöhen. Damit erntet es bei Gehe Zustimmung. Angesichts der stetig steigenden Kosten des Großhandels unterstützt man in Stuttgart diesen Vorschlag.

Der Argumentation des Gutachtens in Bezug auf die Anpassung des variablen Anteils widerspricht der Stuttgarter Großhändler jedoch ausdrücklich. 2hm schlägt vor, den variablen Zuschlag auf den Abgabepreis des Herstellers von 3,15 auf 0,53 Prozent abzusenken. „Für uns ist unverständlich, warum das Gutachten weder Abschreibungen als Kosten noch Gewinn als Vergütung für unternehmerisches Risiko berücksichtigt“, moniert Schreiner. „Darüber hinaus würde die Absenkung des rabattfähigen variablen Zuschlags auch unmittelbaren Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Apotheken haben.“

Stattdessen solle die Politik die Großhandelsvergütung an die signifikant steigenden Kosten und sinkenden Margen anpassen, „um die bedarfsgerechte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln auch weiterhin sicherzustellen.“ Bereits im September hatte Gehe deshalb Alarm geschlagen: Im Vormonat habe die Marge bei Gehe einen „historischen Tiefpunkt“ erreicht, schrieb Cheflobbyistin Manuela-Andrea Pohl in einem Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Pohl forderte darin neben einer „rechtssicheren Fixierung des Festzuschlags als Reaktion auf das BGH-Urteil vom 5. Oktober 2017“ die Einführung einer jährlichen dynamisierten Anpassung dieses Festzuschlages. „Die Anpassung muss dabei an die Kostenentwicklung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels bei wirtschaftlicher Betriebsführung angepasst werden“, so Pohl.

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