Fahrtüchtigkeit

Polizei traut Apotheker-Ausweisen nicht Deniz Cicek-Görkem, 27.10.2017 09:01 Uhr

Berlin - Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften ist davon auszugehen, dass mehr Kraftfahrer unter Cannabis-Medikation hinter dem Steuer sitzen. Dies kann problematisch werden, denn auch ärztlich verordneter Medizinalhanf kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist für Cannabispatienten möglich und auch nicht mit Sanktionen verbunden, sofern das Arzneimittel keine Fahrauffälligkeiten hervorruft. Patienten haben Angst, die Fahrerlaubnis entzogen zu bekommen und klagen über uninformierte Polizisten.

Berichten von Cannabispatienten zufolge ist die Teilnahme am Straßenverkehr nicht immer reibungslos: In der Anfangs- sowie Einstellungsphase mit Medizinalhanf kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt sein. Schwierigkeiten kann auch die Polizei bereiten, wenn Cannabis mitgeführt und/oder konsumiert wird. Möglich ist eine Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Um bei einer möglichen Vekehrskontrolle Probleme zu vermeiden, wird Patienten empfohlen, eine Rezeptkopie oder eine Bescheinigung des Arztes bei sich zu führen.

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Cannabispatienten davon ab, insbesondere zu Therapiebeginn sowie in der Dosisfindungsphase aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. „Ausreichend verlässliche wissenschaftliche Informationen zu dieser Frage liegen nicht vor“, so das BfArM. Ob bei stabiler Dosierung die Teilnahme am Straßenverkehr möglich ist, müsse der behandelnde Arzt in jedem Einzelfall nach Rücksprache mit dem Patienten entscheiden.

Der Schmerzpatient Rüdiger Klos-Neumann hat die Probleme mit Cannabis im Straßenverkehr am eigenen Leibe erfahren. Nach eigenen Angaben fuhr er mit dem ärztlichen Gutachten zur Führerscheinstelle, um künftige Probleme im Straßenverkehr zu vermeiden. „In Rücksprache mit dem Leiter der Führerscheinbehörde, teilte mir dieser mit, dass ich eine medizinische Untersuchung zu absolvieren hätte“, sagt der Geschäftsführer von sens media. „Dabei ist es unerheblich, ob dies ärztlich angeordnet oder zu ihrem privaten Vergnügen ist“, gebe ihm der Leiter zu wissen.

Er sollte ein Gutachten für rund 600 Euro erstellen lassen. Aufgrund fehlender Kostenübernahme zu dem Zeitpunkt und Lieferengpässen beim Cannabis, konnte er sich therapeutisch nicht einstellen und auch das Gutachten nicht erstellen lassen – Folge: Abgabe des Führerscheins. „Aufgrund der anhaltenden Lieferschwierigkeiten ist es mir immer noch nicht möglich, meinen Führerschein zu beantragen, da ich mich immer noch nicht einstellen kann“, sagt Klos-Neuma

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Viele Coronaopfer befürchtet

Corona-Krise: Apothekenpersonal rechnet mit dem Schlimmsten»

Senat bemüht sich um Aufklärung

Was geschah mit den Berliner Schutzmasken?»

Tarifvertrag

Mehr Geld für Apothekenhelden: PTA startet Petition»
Markt

Scoutbee

Engpass-Plattform für Gesundheitsleister kostenlos»

meinRezept.online

ePapierrezept: Start-up verspricht weniger Ärger mit den Ärzten»

Versandapotheken

Wegen Corona: Shop Apotheke hebt Prognose an»
Politik

Bundeswehr-Denkfabrik

Analyse: Covid-19 offenbart Deutschlands Defizite»

Keine Kompromisse in Corona-Krise

Karliczek: Standards in der Impfstoff-Forschung halten»

Bis Ende Juli

Berlin: Kammer stundet Beiträge»
Internationales

Medizinische Schutzausrüstung

Trump: Export-Verbot von knappen Atemschutzmasken»

Wegen NDMA-Verunreinigung

USA: Ranitidin muss komplett zurück»

Streit um Schutzmaßnahmen

Amazon und Corona: Verstoß gegen Menschenrechte?»
Pharmazie

Engpässe bei Chloroquin/Hydroxychloroquin

Wegen Corona: EMA sorgt sich um Rheumatiker»

Pneumokokken-Impfstoff

Pneumovax aus Japan: PZN kommt im Mai»

Allergische und chronische Rhinitis

Trotz Corona: Nasale Kortikosteroide nicht absetzen»
Panorama

 „Wichtig ist, dass wir in dieser Krise nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesund bleiben.“

Corona-Auszeit: Weniger Ängste dank Hypnose»

Infektionsverlauf

RKI: Maßnahmen zeigen Wirkung – noch keine Entwarnung»

Covid-Medikamente

Spahn hofft auf Resochin»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Apofackelmann 2000»

Fördermittel

Treuhand-Checkliste: Corona-Hilfen»

Corona-Soforthilfe

Fördermittel: Apotheken teilweise ausgeschlossen»
PTA Live

Praktikumsplatz verloren

PTA-Schülerin sitzt in Türkei fest»

Corona-Folgen

Adexa: Corona-Zuschlag für Apotheken-Teams»

Fernunterricht

PTA unterrichtet via Chat»
Erkältungs-Tipps

Schleimhautpflege gegen Infektionen

Gurgeln: Hausmittel mit Potenzial»

Wenn die Stimme versagt

Heiserkeit – Tipps für Vielsprecher»

Eukalyptus, Thymian & Co.

So geht´s: Erkältungsbad selbst herstellen»
Magen-Darm & Co.

Nicht nur Husten und Fieber

Covid-19: Durchfall als Symptom»

Tofu, Seitan & Co.

Vegan – der Verzicht auf alles tierische»

Besondere Ernährungsformen

Vegetarisch – Der Verzicht auf Fleisch»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Was bedeutet Risikoschwangerschaft?

Schwangerschaft 35 +»

Scheidenpilz, Cystitis & Ischiasschmerzen

Tipps bei typischen Symptomatiken in der Schwangerschaft»

Krank in der Schwangerschaft 

Hausmittel vs. Arzneimittel: Alternativen für werdende Mütter»
Medizinisches Cannabis

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»

Cannabidiol, THC, Vollspektrum & Co.

Blüte oder Extrakt – was sind die Unterschiede?»