MS-Medikamente

Copaxone 40 mg: Patent bestätigt, Rabattvertrag gefährdet Nadine Tröbitscher, 05.04.2019 07:50 Uhr

Berlin - Erfolg für Teva: Das Europäische Patentamt hat für Copaxone 40 mg/ml das Patent EP 2949335 bestätigt. Der größte Generikahersteller der Welt befindet sich nun in der ungewohnten Situation, als Originator sein Produkt gegen Nachahmer zu verteidigen, während der Konzern sonst stets für eine schnelle Einführung und gegen eine Verlängerung der Exklusivität kämpft.

Copaxone ist eine Entwicklung von Teva. 1996 kam das Arzneimittel zu 20 mg/ml Glatiramer zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) auf den Markt. Etwa zehn Jahre später lief das Patent ab, Teva führte den Blockbuster in doppelter Stärke ein und überzeugte Ärzte und Patienten: Statt täglich müssen die Betroffenen das Arzneimittel nur noch an drei Tagen in der Woche injizieren.

Um den Patienten die Anwendung zu erleichtern, hat Teva Copaxone 40 mg/ml seit Mitte März als Pen mit dem neuen Logo auf dem Markt. Für die Neueinführung hat der Konzern bereits erste Rabattverträge mit verschiedenen BKKen und IKKen in der Tasche. Auch für die Fertigspritze konnte sich der Originator Zuschläge von AOKen, IKKen, BKKen, DAK und TK sichern. Seit dem Patentablauf kommt mit Clift Konkurrenz von Mylan. In der Vergangenheit gab es immer wieder Patentstreitigkeiten. Teva will sich die Exklusivität gleich mit mehreren Schutzschriften sichern. Bislang war der größte Generikahersteller nicht erfolgreich, es wurde zugunsten von Mylan entschieden.

In der vergangenen Woche drehte das Europäische Patentamt den Spieß um und bestätigte Teva das Patent EP 2949335, das dem Konzern die Exklusivität noch bis 2030 sichern könnte. Hierbei handelt es sich dem Vernehmen nach um ein Dosierungspatent. Unmittelbare rechtliche Auswirkungen hat die Patentbestätigung nicht. Dennoch bleibt es spannend, denn Teva rasselt bereits mit den Säbeln: „Teva wird auch in Deutschland unverzüglich alle entsprechenden Rechtsmittel einsetzen, um das Patent, das Copaxone 40 mg schützt, zu verteidigen und unsere Rechte durchzusetzen“, sagt Sascha Glanemann, Geschäftsführer Teva Speciality Deutschland. „Teva verfügt über mehrere Patente, die ihr Copaxone 40 mg schützen, deren regelmäßige Schutzfrist bis 2030 gilt.“

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