Altersbedingte Makuladegeneration

Beovu: Konkurrenz für Eylea Alexandra Negt, 13.12.2019 15:00 Uhr

Berlin - Novartis hat für sein Augenarzneimittel Beovu (Brolucizumab) eine positive Empfehlung von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erhalten. Zugelassen werden soll das Präparat zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Aktuell sind in Deutschland zwei Fertigarzneimittel zur Behandlung dieser Erkrankung zugelassen, eines davon aus dem Hause Bayer – Lucentis und Eylea könnten bald Konkurrenz bekommen.

Die EMA empfahl, die Zulassung von Beovu zur Behandlung der neovaskulären AMD zu erteilen. Bei dieser Krankheit wachsen neue, unnormale Blutgefäße aus der Aderhaut unter und in die Netzhaut ein. Aus diesen neuen, undichten Gefäßen tritt Flüssigkeit aus, die eine Schwellung der Netzhaut verursacht. Mit der Zeit kommt es zur Visus-Beeinträchtigung – die Erkrankung ist aktuell nicht heilbar.

Nikos Tripodis, Leiter der Ophthalmologika-Sparte von Novartis, äußert sich zuversichtlich: „Die heutige Stellungnahme der EMA bringt uns der Bereitstellung einer neuen Behandlungsoption für Patienten mit feuchter AMD in Europa einen Schritt näher. Wir bei Novartis sind weiterhin bestrebt, die Behandlung von Patienten mit feuchter AMD, einer der weltweit führenden Ursachen für Blindheit, neu zu definieren.“

Brolucizumab

Bei dem monoklonalen Antikörper (MAK) handelt es sich um ein humanisiertes Einzelketten-Antikörperfragment (single-chain antibody fragment; scFv). Der Antikörper gehört zu den Vascular Endothelial Growth Factor Inhibitoren (VEGF-Inhibitoren). VEGF fasst Proteine verschiedener Gruppen zusammen, die als Signalmoleküle unterschiedliche Aufgaben in den vaskulären Geweben des Menschen erfüllen. VEGF-A ist wichtig für die Angiogenese (Bildung neuer Gefäße) im Auge. Brolucizumab bindet an alle Formen von VEGF-A und reduziert dadurch die Neubildung von Netzhautgefäßen und die Ausprägung von Retinaödemen. Der MAK besitzt ein geringes Molekulargewicht von 26 Kilodalton (kDa), wodurch die Gewebepenetration und die Clearance des Arzneistoffs verbessert wird.

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