Sport

Apothekerin wird Münsters Fußballerin des Jahres

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Berlin -

Fußball, Futsal, Laufen: Apothekerin Eva Tingelhoff ist auch sportlich vielseitig begabt. Nun hat sie sich bei der Wahl zu Münsters Fußballer des Jahres gegen zehn Konkurrenten beiden Geschlechts durchgesetzt.

Die 28-Jährige steht eigenem Bekunden nach eigentlich ungern im Mittelpunkt. Vor wenigen Tagen musste sie jedoch ins Rampenlicht treten, als ihr vor rund 150 Zuschauern der Pokal nebst überdimensionalem 1000-Euro-Scheck überreicht wurde. Bei der fünften Auflage der Wahl, die das Portal 11 Flemmer ausrichtet, stimmten knapp 27 Prozent für die sportbegeisterte Apothekerin.

Kein Wunder, erhielt Tingelhoff doch gleich aus drei Vereinen Unterstützung. Als Futsal-Ass ist sie für UFC Münster am Ball, als Fußballerin und Spielmacherin mit der 10 auf dem Rücken bei Bezirksligist GW Amelsbüren und nicht zuletzt von den Laufsportfreunden Münster, für die sie als Läuferin antritt. Besonders erfolgreich war Tingelhoff in der vergangenen Saison mit dem UFC Münster. Die Mannschaft gewann die deutsche Hochschulmeisterschaft sowie den Pokal im Futsal, einer international anerkannten Art von Hallenfußball, und tritt Mitte Juli bei den European Universities Games in Portugal an.

„Ich war wirklich überrascht, sogar ein bisschen überrumpelt“, berichtet Tingelhoff, die neben ihrem umfangreichen sportlichen Programm tagtäglich rund eine Stunde zur Arbeit in die familiengeführte Apotheke nach Beckum und zurück fährt. „Ich möchte mich allerdings bei meinen beiden Mannschaften bedanken, denn hinter jeder Leistung einer Einzelnen steht schließlich auch immer ein ganzes Team“, betont sie.

Doch wie schafft sie es, Zeit für ihre Arbeit in der Apotheke und drei verschiedene Sportarten zu finden? „Mit guter Organisation und Disziplin“, lautet die simple Antwort. Manchmal kommt es aber zu Überschneidungen, die sportliche Höchstleistung von der Apothekerin abverlangen. So lief so vor Kurzem erst in Beckum eine Marathon-Staffel und spielte nachmittags das Kreispokal-Finale mit Amelsbüren. Im Zweifelsfall seien ihre Prioritäten jedoch klar. „Das Team geht vor“, sagte sie.

Bereits im zarten Alter von sechs Jahren fing Tingelhoff an, Fußball zu spielen. „Wir hatten zwei Jungs in der Nachbarschaft, mit denen ich gut befreundet war“, berichtet sie von ihren sportlichen Anfängen. „Sie haben mich dann irgendwann einmal einfach zum Fußballtraining mitgenommen.“ Bis sie 18 Jahre alt war, spielte sie in einer Jungenmannschaft und wechselte im Studium zu den Damen.

Das letzte Spiel der deutschen Nationalelf gegen Schweden hat die Apothekerin zusammen mit ihrer Futsal-Mannschaft im Trainingslager verfolgt. „Wir haben uns das Spiel gemeinsam angeschaut und kollektiv gezittert“, berichtet sie. Das heutige Spiel gegen Südkorea, das über den Einzug ins Achtelfinale entscheidet, wird sie allerdings verpassen. Denn die Apothekerin steht heute Nachmittag wieder hinter dem HV-Tisch der väterlichen Apotheke am Osttor in Beckum. „Es gibt aber noch den Liveticker“, sagt sie. „Da werde ich bestimmt zwischendurch einen Blick darauf werfen können.“ Die sportbegeisterte Apothekerin ist überzeugt: Für die deutsche Nationalmannschaft ist noch alles möglich.

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