Fentanyl-Buccaltabletten

Effentora bekommt Konkurrenz APOTHEKE ADHOC, 25.01.2020 09:44 Uhr

  • Aristo zieht nach: Seit Anfang des Jahres hat der Hersteller die erste Alternative zum fentanylhaltigen Originalpräparat Effentora von Teva auf dem Markt. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Bisher stand Fentanyl als Buccaltablette nur von einem Hersteller zur Verfügung – Teva hat mit Effentora verschiedene Stärken der Darreichungsform im Handel. Seit Anfang des Jahres gibt es jedoch Konkurrenz: Aristo hat eine preisgünstige Alternative des Opioid-Analgetikums auf den Markt gebracht und Verträge mit zahlreichen Krankenkassen geschlossen.

Seit April 2008 hat Teva die Zulassung für Effentora, nun zieht Aristo nach und bringt damit die erste alternative Buccaltablette auf den Markt. Beide Arzneimittel sind für die Behandlung von erwachsenen Krebspatienten geeignet, die bereits eine Opioid-Basistherapie gegen ihre chronischen Tumorschmerzen erhalten, aber weiterhin an Durchbruchschmerzen leiden.

Die Anfangsdosis der Buccaltabletten beträgt in der Regel 100 μg, je nach Bedarf kann sie jedoch erhöht werden. Für eine bestmögliche Dosierung sind daher verschiedene Stärken auf dem Markt: Sowohl die Buccaltabletten von Teva wie auch die neu verfügbaren von Aristo sind in den Wirkstärken 100 μg und 200 μg jeweils in den Packungsgrößen 4 und 28 Tabletten erhältlich. Die Wirkstärken 400 μg, 600 μg und 800 μg sind in Packungsgrößen zu 28 Stück verfügbar.

Preislich liegt die neue Alternative von Aristo etwas unter dem Original: Effentora in einer Stärke von 100 μg hat in der kleinsten Größe einen AVK von 51,25 Euro, das Präparat von Aristo liegt bei 46,15 Euro. Bei der höchsten Dosierung mit 800 μg liegt die 28er-Packung nur bei 263,43 Euro im Vergleich zu 292,69 Euro beim Original. Aristo hat seit Januar zudem Rabattvereinbarungen mit zahlreichen Krankenkassen getroffen.

Fentanyl gehört zu den Opioid-Analgetika. Die Substanz ist stark lipophil und wird daher gut über die Mundschleimhaut resorbiert. Dadurch kommt es zu einer schnell einsetzenden Schmerzlinderung. Der Arzneistoff wird in der Leber und dem Darm einer First-Pass-Metabolisierung unterzogen. Diese Metaboliten haben keinen Anteil an den therapeutischen Wirkungen von Fentanyl. Die analgetischen Wirkungen sind abhängig vom Plasmaspiegel. Für eine optimale Wirkstoffaufnahme sollen die Buccaltabletten in der Mundhöhle zwischen Zahnfleisch und Wange platziert werden. Dort verbleibt die Tablette, bis sie sich aufgelöst hat – dieser Vorgang kann bis zu 30 Minuten dauern. Buccaltabletten sollten nicht gelutscht, gekaut oder geschluckt werden, da dies zu niedrigeren Plasmakonzentrationen führen kann.

Durch die Einnahme kommt es meist zu einer zunehmenden Gewöhnung gegenüber Opioiden: Damit erhöht sich meist auch die wirksame Konzentration und die Konzentration, bei der eine Toxizität auftritt. Diese Toleranzentwicklung ist jedoch von Patient zu Patient verschieden. Daher muss die Dosierung individuell von einem Facharzt bestimmt werden. In klinischen Studien war die wirksame Dosis bei Durchbruchschmerzen nicht anhand der täglichen Opioid-Basistherapie abzuleiten.

Bei den Durchbruchschmerzen handelt es sich um akute, vorübergehende Schmerzen, die häufig bei Krebspatienten auftreten. Trotz einer kontinuierlichen Schmerztherapie können diese Beschwerden meist nicht ausreichend gelindert werden. Die akute Verschlechterung tritt meist aufgrund eines bekannten oder unbekannten Auslösers spontan oder am Ende des Dosierungsintervalls der Basistherapie auf. Eine Opioid-Basistherapie ist gekennzeichnet durch eine Therapie mit mindestens 60 mg oralem Morphin täglich, 30 mg Oxycodon täglich, 25 μg transdermalem Fentanyl pro Stunde, 8 mg oralem Hydromorphon täglich oder einer analgetisch gleichwertigen Dosis eines anderen Opioids über eine Woche oder länger.