Kamille, Kümmel & Co.

Verdauungshilfen für die Feiertage Cynthia Möthrath, 24.12.2019 07:38 Uhr

  • Braten, Kohl und Süßspeisen: Fettreiche, blähende und üppige Mahlzeiten können zu Verdauungsproblemen führen und die Weihnachtsstimmung trüben. Foto: mARTensen/shutterstock.com

Berlin - Es ist soweit – die Festtage stehen vor der Tür: An Weihnachten und Silvester kommen häufig üppige Mahlzeiten auf den Tisch. Die Folge können unangenehme Verdauungsprobleme sein. Hier kommen einige Tipps und wichtige Heilpflanzen, die die Verdauung an den Tagen unterstützen können.

Sodbrennen, Völlegefühl und Blähungen: Die Festtage können so manchem auf den Magen schlagen. Häufig sind daran jedoch nicht nur die fettreichen und üppigen Mahlzeiten Schuld, denn auch der Bewegungsmangel kann die Verdauung zusätzlich lahmlegen und Beschwerden begünstigen. Schon ein kurzer Spaziergang nach einem großen und schweren Essen kann Völlegefühl, schmerzhaftem Spannungsgefühl und Blähungen vorbeugen. Statt sich auf dem Sofa abzulegen und ein Verdauungsschläfchen zu machen, kann Bewegung an der frischen Luft nicht nur den Kreislauf in Schwung bringen, sondern auch die Durchblutung des Darms fördern und Bewegung in den Magen-Darm-Trakt bringen.

Zudem können verschiedene Heilpflanzen helfen, die Verdauung zu unterstützen: Arzneitees können beruhigend, entkrampfend oder karminativ auf den Verdauungstrakt wirken. Neben Tees stehen auch pflanzliche Präparate als Tropfen oder Kapseln zur Verfügung. Ein Allrounder im Verdauungsbereich ist die Kamille: Durch die Inhaltsstoffe ergeben sich ihre klassischen Wirkungen – sie ist entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell. Für einen Tee sollten drei Teelöffel getrocknete Blüten mit etwa 250 Millilitern kochendem Wasser übergossen werden und mindestens zehn Minuten ziehen. Ebenfalls gut geeignet ist die Pfefferminze: Denn die ätherischen Öle wirken krampflösend und fördern den Gallefluss.

Das Verdauungstrio Fenchel, Kümmel und Anis kann die karminativen Wirkungen noch unterstützen. Die Heilwirkung geht dabei in erster Linie von den enthaltenen ätherischen Ölen aus: Bei Anis und Fenchel stellt trans-Anethol das wichtigste Öl dar. Fenchel enthält zudem noch größere Mengen Fenchon, bei Kümmel ist Carvon die wichtigste Substanz. Die verschiedenen Öle wirken krampflösend, karminativ und verdauungsfördernd. Daher bringen sie vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfen Linderung.

Besonders beliebt ist der Einsatz als Teemischung: Das Trio wird häufig als Fertigprodukt lose oder in Form von Teebeuteln angeboten, aber auch ein frischer Tee kann aus den Einzelbestandteilen einfach selbst hergestellt werden: Dazu wird jeweils ein halber bis ein ganzer Teelöffel der Früchte angestoßen – am besten unmittelbar vor der Zubereitung. Dadurch können die ätherischen Öle entweichen und ihre volle Wirkung entfalten. Der aufgegossene Tee sollte zugedeckt ungefähr 10 bis 15 Minuten ziehen, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen können.

Kommt es aufgrund größerer Mahlzeiten zu Übelkeit kann Ingwer helfen: Der Pflanze werden antiemetische, antimikrobielle, spasmolytische, schmerzlindernde, entzündungshemmende, antioxidative und verdauungsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Die Scharfstoffe können die die Magensäureproduktion anregen und Übelkeit entgegenwirken. Wer jedoch einen empfindlichen Magen hat, sollte besser auf Ingwer verzichten. Vorsicht ist auch bei gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmern sowie bei Gallensteinen geboten. In diesen Fällen sollte die Anwendung mit dem Arzt besprochen werden. Ein weiterer Helfer für die Festtage ist Wermut: Denn das Kraut der Pflanze enthält eine hohe Konzentration an Bitterstoffen, die verdauungsfördernde Eigenschaften haben. Durch die verbesserte Durchblutung können Blähungen gemildert und die Leberfunktion angeregt werden, auch Verstopfungen wird entgegengewirkt.

Neben verschiedenen Tees können auch weitere Tipps helfen Verdauungsprobleme zu vermeiden. Eine selbst durchgeführte Bauchmassage kann beispielsweise die Verdauung anregen: Ohne großen Druck auf die Bauchdecke auszuüben, kann sie in kreisenden Bewegungen durchgeführt werden, anschließend wird sanft vom Magen nach unten über den Bauch gestrichen. Aber auch ein warmes Körnerkissen oder eine Wärmflasche können die Muskulatur entspannen und wohltuend wirken. Außerdem sollte an den Feiertagen auf Hektik verzichtet werden: Denn wer zu hastig isst, schluckt zu viel Luft und riskiert Blähungen. Für das Essen sollte sich daher genügend Zeit genommen werden. Blähende Lebensmittel wie Rohkost, Bohnen oder Kohlsorten können außerdem vermehrt zu Symptomen führen. Der übermäßige Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken bringt zusätzliche Gase in den Verdauungstrakt, Sodbrennen wird durch zu scharfes, zu fettiges oder zu üppiges Essen begünstigt.