Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung Cynthia Möthrath, 26.12.2019 17:29 Uhr

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Berlin - Die Eileiterschwangerschaft ist ein gefürchtetes Risiko – und das nicht ohne Grund: Denn wenn sich die Eizelle statt in der Gebärmutter im Eileiter einnistet, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Daher muss sie rechtzeitig vom Arzt erkannt und entsprechend gehandelt werden.

Eine Eileiterschwangerschaft entsteht, wenn der Eileiter nicht vollständig durchlässig ist: Die herangereifte Eizelle wandert dann nicht wie gewohnt in die Gebärmutter, sondern verbleibt im Eileiter und entwickelt sich dort weiter. Gründe dafür können beispielsweise Polypen, Entzündungen, vorangegangene Bauchoperationen mit Vernarbung oder verklebte Eileiter sein. Rauchen und die Verwendung der Spirale sollen das Risiko ebenfalls begünstigen.

Das Gefährliche: Oft gehen die Frauen zunächst von einer normalen Schwangerschaft aus, denn die Symptome sind zu Beginn die gleichen: Es kommt zum Ausbleiben der Periode, Morgenübelkeit und Spannungsgefühl in den Brüsten und auch der Schwangerschaftstest zeigt ein positives Ergebnis an. Denn wie bei einer normalen Schwangerschaft bildet der Körper das Schwangerschaftshormon Humanes Choriongonadotropin (Beta-HCG).

Meist treten die ersten Beschwerden einer Eileiterschwangerschaft erst zwischen der 6. und 9. Woche auf: Es kommt zu einseitigen Schmerzen im Unterleib und Blutungen. Die Schmerzen können dauerhaft oder krampfartig sein und sowohl plötzlich wie auch langsam stärker werdend auftreten. Außerdem können Symptome wie Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen, Blässe, Schwindel, Atemnot oder eine erhöhte Temperatur hinzukommen.

Unerkannt kann es durch das Heranwachsen des Embryos und den immer mehr benötigten Platz schließlich zum Reißen des Eileiters kommen. Infolgedessen treten häufig starke innere Blutungen auf, die lebensgefährlich sein können. Daher sollte bereits bei den ersten Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft ein Arzt aufgesucht werden, um die Diagnose zu stellen und rechtzeitig handeln zu können.

Dazu wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt: Meist ist die Gebärmutter bei einer Eileiterschwangerschaft kleiner, als sie eigentlich sein müsste. Zudem ist die Vergrößerung des betroffenen Eileiters tastbar. Auch eine Ultraschalluntersuchung kann helfen: Denn so kann ermittelt werden, ob sich eine Eizelle in der Gebärmutter befindet und heranwäschst oder nicht. Ebenso kann eine Blutuntersuchung Aufschluss geben: Bei einer normalen Schwangerschaft verdoppelt sich der Beta-HCG-Blutspiegel im Abstand von jeweils zwei Tagen –bei einer Eileiterschwangerschaft steigt der HCG-Spiegel – wenn überhaupt – nur langsam an, manchmal sinkt er sogar wieder.

Da der Embryo nicht ausgetragen werden kann, wenn er im Eileiter heranreift, muss er meist operativ entfernt werden. In einem sehr frühen Stadium kann unter bestimmten Bedingungen auch Methotrexat eingesetzt werden: Es wird in die Fruchthöhle gespritzt, damit der Embryo abstirbt und von selbst abgeht. Viele Eileiterschwangerschaften werden jedoch vom Körper frühzeitig selbst abgebrochen: Aufgrund des Platzmangels und der unzureichenden Versorgung platzt die Eizelle schließlich, woraufhin sie auf natürliche Weise abgeht. Häufig bleiben Eileiterschwangerschaften daher sogar unbemerkt.