Apothekenregister

Betriebserlaubnis: Apotheker schreibt an Spahn APOTHEKE ADHOC, 17.01.2020 14:54 Uhr

Berlin - Und täglich grüßt das Murmeltier: In regelmäßigen Abständen werden Apotheken gebeten, ihren Lieferanten die gültige Betriebserlaubnis zu schicken. Als Gunnar Müller, Inhaber der Sonnen-Apotheke in Detmold jetzt von der Noweda eine entsprechende Aufforderung erhielt, war er mit seiner Geduld am Ende. Er appelliert an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sich für ein bundeseinheitliches Apothekenregister einzusetzen.

Die Noweda hatte Müller um eine Bestätigung gebeten, dass er im Besitz einer gültigen Betriebserlaubnis ist, und diese bis Ende des Monats inklusive Kopie der erforderlichen Dokumente zurückzuschicken. Der Großhändler verwies darauf, gemäß den Leitlinien für die gute Vertriebspraxis (GDP) verpflichtet zu sein, in regelmäßigen Abständen unsere Kunden zu qualifizieren“.

Für Müller – wegen seiner Umtriebigkeit über die Grenzen des Kammerbezirks Westfalen-Lippe hinaus bekannt – war dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Schon vor drei Jahren hatte er sich an die ABDA gewendet und als Lösung ein bundeseinheitliches Apothekenregister gefordert. Ende 2018 hatte er noch einmal nachgehakt – zuvor hatte sich die Kammer Berlin beim Apothekertag ebenfalls für die Einrichtung eines Zentralregisters ausgesprochen.

Doch bei der ABDA ließ man ihn abblitzen. Beim Antrag aus Berlin sei es um die Approbation und Berufserlaubnis gegangen, nicht aber um die Betriebserlaubnis. Im Übrigen sei der Antrag in den Ausschuss verwiesen worden, schrieb Chefjurist Lutz Tisch. Die von Müller angesprochene Datenbank der NGDA werde zunächst nur für Securpharm genutzt. Ob darüber hinaus auch andere Einsatzmöglichkeiten bestünden, „ist derzeit noch nicht absehbar“.

Als nun der Noweda-Brief ins Haus flatterte, sah Müller keine andere Möglichkeit, als Spahn auf das Problem hinzuweisen: Offensichtlich sei die Bundesapothekerkammer derzeit nicht in der Lage, „eine elektronisch abrufbare, vollständige und verbindliche Auskunft über den Status von Apotheken in Deutschland zu geben, so dass nach wie vor Einzelanfragen der Lieferanten bei den Apotheken erforderlich sind“.

Dasselbe gilt laut Müller für Iqvia: Das Marktforschungsunternehmen sammelt im Auftrag der Industrie die Kontaktdaten der Apotheken und überprüft in regelmäßigen Abständen deren Betriebserlaubnisse. Laut Müller sind aber aktuell nur rund 13.000 Apotheken erfasst – er selbst hat den Konzern noch vor einem Jahr abblitzen lassen.

Für Müller liegt die Lösung aber auf der Hand: „Nach den umfangreichen Meldungen im Zusammenhang mit der Einführung des Systems Securpharm sollte das Einrichten eines solchen Verzeichnisses für die verantwortlichen Stellen bei ABDA/Bundesapothekerkammer/NGDA ein Leichtes sein“, schrieb er als Vorsitzender der Fraktion Basis-Apotheker an Spahn. „Über eine entsprechende Initiative aus Ihrem Hause würden wir uns freuen.“