Asthma: Viele Darreichungsformen, neue Therapieoptionen

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Handeln im Notfall

Zu den Bedarfsmedikamenten, den sogenannten Relievern, gehören für den akuten Asthmaanfall die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Die Wirkung tritt meist innerhalb kurzer Zeit ein, meist entspannten sich die Bronchien nach drei bis zehn Minuten. Die Wirkung hält jedoch nicht lange an – nach ungefähr drei bis fünf Stunden lässt sie nach, deshalb eignen sich diese Arzneistoffe besser für den akuten Anfall. Zu den Wirkstoffen gehören Salbutamol, Fenoterol und Terbutalin. Neben der Entspannung der glatten Muskulatur in der Bronchialwand führen die Beta-2-Sympathomimetika auch zu einer Verbesserung des Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien und zu einer Verminderung der Freisetzung von Bronchien-verengenden Botenstoffen.

Die Mehrheit der gesunden Menschen weiß nicht, wie man einer Person die einen akuten Asthmaanfall erleidet helfen kann. Zunächst sollte die betroffene Person eine Position einnehmen, in der es leichter fällt zu atmen. Bewährt hat sich eine sitzende Position. Anwesende Personen können dem Asthmatiker helfen die sogenannte Kutscher-Position einzunehmen. Dabei sitzt die Person auf einem Stuhl, legt die Arme auf den Tisch und lässt den Kopf sinken. Nachdem eventuell einengende Kleidung gelockert wurde, sollte der Asthmatiker sein Notfallmedikament anwenden. Anwesende Personen können den Inhalator holen und bereits die Kappe abziehen. Nachdem die Inhalation stattgefunden hat, sollte der Betroffene beobachtet werden. Nehmen die Symptome nach kurzer Zeit ab, so kann davon ausgegangen werden, dass trotz Atemnot ausreichend Wirkstoff eingeatmet wurde. Schaulustige sollten ferngehalten werden und Anwesende sollten demonstrativ ruhig bleiben.

Schwerste Asthmaanfälle können binnen Minuten zur Bewusstlosigkeit führen. Kann ein Anfall trotz Medikamente nicht kontrolliert werden, so spricht man vom Status asthmaticus. Im Verlauf kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Luftnot
  • Längeres Sprechen wird unmöglich
  • Unruhe
  • schnelle, oberflächliche Atmung
  • zusätzlicher Einsatz der Atemhilfsmuskulatur (Brust-, Rücken-, Schultergürtelmuskulatur)
  • Bewussteinsstörungen
  • Stare Verkrampfung der Bronchien mit abgeschwächtem Atemgeräusch („Stille Lunge“)
  • Sauerstoffmangel (bläuliches Nagelbett und verfärbte Lippen)

 

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