Repetitorium Herzglykoside

Kein Süßholz unter Digitoxin Nadine Tröbitscher, 22.02.2017 14:24 Uhr



Digitoxin konkurriert mit Kalium um die Natrium-Kalium-Pumpe in der Herzmuskelzelle. Das Glykosid hemmt diese ATPase und erhöht somit die intrazelluläre Natriumkonzentration. In der Folge wird weniger Calcium aus der Zelle geschleust, das steigert die Kontraktilität. Ist die extrazelluläre Kaliumkonzentration gering, wird die Digitoxin-Wirkung verstärkt. In diesem Zusammenhang treten vermehrt Nebenwirkungen auf. Es kommt zu kardialen, gastrointestinalen und zentralnervösen Symptomen – Beschwerden einer Digitalis-Intoxikation.

Der durch große Mengen Lakritze verursachte Kaliumverlust verstärkt somit die Wirkung des Herzmedikaments. Umgekehrt schwächt ein zu hoher Kaliumspiegel die Wirkung von Digitoxin ab. Wird auf die Nascherei verzichtet, verschwinden die unerwünschten Wirkungen wieder, der Kaliumspiegel kommt wieder in Balance. Der Effekt kann auch durch den Genuss von Bronchialtee auftreten. Die Präparate enthalten oft Süßholzwurzel und werden in großen Mengen getrunken.

Digitoxin hat nur eine geringe therapeutische Breite; der Wirkstoff steht auf der Aut-idem-Liste. Der Patient muss individuell eingestellt und sorgfältig überwacht werden. Die Tabletten sollten unzerkaut vorzugsweise nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Indiziert ist das Arzneimittel bei manifester chronischer Herzinsuffizienz, Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern und paroxysmalem Vorhofflimmern.

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