Rezeptur-Apotheke: 100 Zubereitungen pro Tag, 30.000 pro Jahr

, Uhr

„Hier kann man sich wirklich austoben“

Auch PTA Lisa-Marie Genender hat sich unter anderem wegen des Rezepturschwerpunkts für die Apotheke entschieden. Seit Anfang des Jahres ist sie in der Adler Apotheke tätig. „Dafür fahre ich gerne ein paar Kilometer mehr“, meint sie. Genender hat sich für eine 50/50-Verteilung entschieden. „Für mich ist die Arbeit im Labor ein Ausgleich zur Kundenberatung.“ Für die 28-Jährige die „perfekte Mischung“. Außerdem sehe man nicht nur die „öden Kortison-Rezepturen, die jede Apotheke mal hat“, sondern auch seltene Fälle: Neben vielen Krankenhausrezepturen würden beispielsweise auch ein Fentanyl-Nasenspray, verschiedene Kapseln für Kleinkinder, Zubereitungen für die Proktologie oder sterile Rezepturen mittels Laminar Air Flow hergestellt. „Hier kann man sich wirklich austoben – das ist eine Chance, die man nicht überall hat.“

Doch wie alles hat auch der Rezepturschwerpunkt seine Problemseiten: Diese sieht Krivec vor allem bei der Dokumentation. „Das wird immer mehr und macht uns natürlich auch zu schaffen.“ Viele Ärzte kämen zudem mittlerweile mit Spezialrezepturen für den Sprechstundenbedarf zu ihnen. „Wir probieren viel aus und schauen was funktioniert und was nicht – da wird manchmal dann auch etwas entsorgt, das bleibt nicht aus.“

Eine weitere Hürde sei die Buchung von Teilmengen im Rahmen der Methadonversorgung. Die Kartei wird daher in der Apotheke noch händisch geführt. Das sei zwar aufwendig, ein Automat habe jedoch ebenfalls seine Tücken und sei derzeit keine Alternative. Rund 20 bis 25 Prozent der Arbeitskraft mache aktuell die individuelle Zusammenstellung für die Patient:innen aus dem Methadonprogramm aus. Seitdem die BtM-Vergütung gestiegen ist, sei die Arbeit zumindest kostenneutral – vorher sei das nicht der Fall gewesen.

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