PTA-Reform im Bundestag

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„Zweieinhalb Jahre Schule – das kann keinen überfordern“, so Peter Lehle vom Kreis Ellwangen. Es sei eine Organisationsaufgabe, aber die müsse man leisten können. „Wer es nicht organisiert bekommt, will es nicht organisieren.“ Vorstellbar wären zwei Modelle – 2,5 Jahre Theorie und ein halbes Jahr Praxis oder vielleicht noch denkbar zwei Jahre Schule und das dritte Jahr Theorie und Praxis im Wechsel.

Kompetenzerweiterung
An der Kompetenzerweiterung scheiden sich die Geister ebenfalls. Der Gesetzesentwurf sieht eine Lockerung der Aufsichtspflicht vor. So soll die Aufsicht entfallen, wenn die PTA bereits eine dreijährige Berufserfahrung vorweisen kann und mindestens seit einem Jahr in der Apotheke angestellt ist sowie die staatliche Prüfung mit dem Gesamtergebnis „gut“ absolviert hat. Außerdem sind regelmäßige Fortbildungen Pflicht. PTA mit schlechterem Abschluss müssen zwei Jahre Berufserfahrung mehr vorweisen. Außerdem ist die Ausweitung der Kompetenzen limitiert.

„Sehr kritisch“ sieht dies die Bundesärztekammer (BÄK). Schließlich ist die Rezeptbelieferung ein „fehlerbehafteter Prozess“. Vor allem die Abgabe neuer Arzneistoffe wie monoklonale Antikörper oder biologische Arzneimittel erforderten eine umfassende Beratung. Es handele sich „um Prozesse, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.“ Keine Kompetenzerweiterung soll es auch aus Sicht der ABDA geben. Hier sieht man § 7 Apothekengesetz in Gefahr. Demnach ist der Apothekenleiter zur persönlichen Leitung der Apotheke in „eigener Verantwortung“ verpflichtet. „Dieser Verpflichtung kann der Apothekenleiter nicht gerecht werden, wenn PTA in ‚eigener Verantwortung‘ Entscheidungen treffen, ohne dass der Apothekenleiter oder ein Apotheker die Möglichkeit hat, korrigierend einzugreifen.“ Auch Pharmazieingenieure und Apothekerassistenten, die den Apotheker in dessen Abwesenheit aus Besitzstandswahrung befristet vertreten dürfen, arbeiteten unter Verantwortung des Apothekers und nicht in eigener Verantwortung, führt Eckert-Lill an.

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