Povidon-Iod gegen Corona?

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Povidon-Iod als Prävention?

Grund für die erhöhte Nachfrage vor rund zwei Monaten waren kursierende Nachrichten über WhatsApp in denen ein italienischer Arzt das Präparat angepriesen hatte. Zur Prävention gab er folgenden Ratschlag: „Es wird empfohlen, mit Betadine zu gurgeln, um Keime zu entfernen oder zu minimieren, während sie sich noch im Hals befinden, bevor sie in die Lunge tropfen.“

Eigentlich wird die iodhaltige Lösung jedoch zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen nach Verletzungen, von infektiösen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes und des Zahnfleisches sowie vor und nach chirurgischen und zahnärztlichen Eingriffen angewendet. Das enthaltene Povidon-Jod zählt zu den sogenannten „Halogenfreisetzern“: Aus der Substanz wird nach dem Auftragen Iod freigesetzt, dieses reagiert mit der Oberfläche von zahlreichen Bakterien, Viren, Pilzen und anderen Krankheitserregern. Dabei schädigt es die Zellwand so stark, dass die Erreger absterben.

Aufgrund der Studienergebnisse könnte nun auch hierzulande die Nachfrage wieder ansteigen: Doch weder Betadine noch Halodine sind in Deutschland auf dem Markt. Zwar bietet Mundipharma über seinen Vertriebspartner Hermes hierzulande ein Betaisodona-Mund-Antiseptikum an, dieses war jedoch zum Zeitpunkt der steigenden Anfragen im März nicht verfügbar. Mittlerweile ist jedoch zumindest die 100-ml-Größe wieder zu bekommen.

Antiseptika als Anti-Corona-Baustein

Die Anwendung des für die Schleimhäute ungiftigen Antiseptikums könnte den Autoren der Studie zufolge ein wichtiger Aspekt sein: Die Virenlast in Nase und Mund erzeuge ein Übertragungsrisiko, speziell in Bereichen der Krankenversorgung, da Aerosole und Tröpfchen aus Nase und Atemwegen ein wichtiger Weg der Übertragung von Covid-19 sind. Virale Aerosole und Tröpfchen könnten für bis zu drei Stunden infektiös bleiben. Masken könnten zwar zum Schutz vor Infektionen beitragen, mit Antiseptika für Nase und Mund, die nachweislich wirksam gegen den Virus sind, könne jedoch die Aerosol-Übertragung gegebenenfalls weiter reduziert werden – denn Masken allein können das Virus nicht eliminieren. „Antiseptika für die Nase und Mundspülungen bilden gemeinsam mit Masken einen wichtigen Baustein der Reduzierung der Übertragung, wie auch mit Handschuhen das Händewaschen weiter wichtig ist“, erläutert Pelletier.

 

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