Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

OPC: Wundermittel oder Humbug?

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Fakt ist jedoch, dass alle beworbenen Wirkungen und Forschungsergebnisse bisher nur in Tierversuchen oder „in vitro“ nachgewiesen wurden. Es gibt keine kontrollierten wissenschaftlichen Studien und damit auch keine wissenschaftlich gesicherten Belege, dass die im Labor beobachteten Wirkungen auch auf den Menschen übertragen werden können. Ebenso gibt es keine rechtlich festgelegten Qualitätsstandards, die Aufschluss über den Wirkstoffgehalt oder eine eventuelle Schadstoffbelastungsgrenze geben.

Darüber hinaus gibt es zwar verschiedenste empfohlene Richtwerte zur Einnahme, jedoch keine festen wissenschaftliche Dosierungen. Bisher konnte keine pharmakologische Wirksamkeit belegt werden, daher zählen OPC-Präparate auch weiterhin nur zu den Nahrungsergänzungsmitteln und nicht zu den Arzneimitteln.

Die werblichen Aussagen sind auch aus Sicht der Verbraucherzentrale nicht haltbar: „Es werden unzulässige krankheitsbezogene Aussagen gemacht.“ Nahrungsergänzungsmittel dienen lediglich dem Zweck, mögliche Versorgungslücken in der Nährstoffversorgung auszugleichen, jedoch nicht dem Heilen von Krankheiten. Dieser Aspekt sei zulassungspflichtigen Arzneimitteln vorbehalten. Bisher gebe es auch keine für OPC zugelassene Health Claims, also keinerlei „zulässige, wissenschaftlich gesicherte gesundheitsbezogene werbliche Aussagen“.

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