Neuzugang im OTC-Regal

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Als weitere chemische Wirkstoffe stehen Pentoxyverin (Sedotussin, Sanofi-Aventis) und Dextromethorphan (Silomat, Sanofi-Aventis) zur Verfügung. Beide Wirkstoffe gehören der Gruppe der Antitussiva an, wobei DMP ein Morphin-Derivat ist. Es setzt die Hustenhäufigkeit durch Unterdrückung des Hustenreflexes infolge einer Hemmung des Hustenzentrums im Stammhirn herab. Pentoxyverin ist kein Abkömmling des Morphins. Jedoch wirkt es genau wie die Opioid-Antitussiva agonistisch am Sigma-1-Rezeptor des Hustenzentrums im Gehirn. Darüber hinaus zeigt der Wirkstoff eine leichte bronchodilatierende, spasmolytische und anticholinerge Wirkung.

Pentoxyverin sollte aufgrund des erhöhten Risikos einer Atemzentrumsdepression bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet werden. DMP steht als Lutschtablette für Kinder ab sechs Jahren zur Verfügung. Die ebenfalls erhältlichen Kapseln sollten nicht bei Kindern unter zwölf Jahren angewendet werden. DMP ist bei Asthma bronchiale, akuter Pneumonie und COPD kontraindiziert.

Die Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit dem Antitussivum Dextromethorphan (DMP) haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Bei der Abgabe der Kapseln an Jugendliche sollte deshalb besonders genau hingeschaut werden. Wie immer gilt: Bei der Forderung von zwei oder mehreren Packungen sollten Apotheker:innen und PTA gezielte Fragen stellen, um einen Missbrauch auszuschließen.

Pflanzlich werden vor allem Schleimdrogen eingesetzt. Diese legen sich wie eine Schutzschicht auf die gereizte Rachenschleimhaut. Diese wird beruhigt – der Hustenreiz nimmt ab. Eibischwurzel-Präparate können häufig ab einem Jahr angewendet werden. So können Kinder zwischen 1 und 2 Jahren den Phytohustil Hustensaft (Bayer) bis zu viermal tägliche einnehmen. Eine Einzeldosis entspricht 3 ml. Die Dosis steigt mit dem Alter. Erwachsene nehmen 3- bis 6-mal täglich 10 ml. Eine Flasche Phytohustil enthält 150 ml Sirup. Die Schleimstoffe der Eibischwurzel bestehen hauptsächlich aus sauren Polysacchariden und einer Mischung aus Galacturonorhamnanen, Arabinanen, Glucanen und Arabinogalactanen.

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