NHV Theophrastus

Johanniskraut ist Heilpflanze des Jahres Eva Bahn, 27.12.2018 10:22 Uhr

Bei Verbrennungen und entzündlichen Hauterkrankungen wird Johanniskraut traditionell eingesetzt. Das Öl kann entweder direkt aufgetragen und einmassiert, oder mittels einer getränkten Kompresse auf die betroffene Stelle aufgelegt werden. Doch Hypericin kann die Haut lichtempfindlicher machen und bei längerer Sonnenlichtexposition zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen. Auch ein Aufenthalt im Solarium kann daher unangenehme Folgen haben und sollte vermieden werden.

Aufgrund der Neben- und Wechselwirkungen sind Johanniskraut-Präparate nicht immer und uneingeschränkt zu empfehlen. Es interagiert mit zahlreichen anderen Wirkstoffen in unterschiedlicher Weise. Wirkstoffe aus Hypericum können beispielsweise die Konzentration von Serotonin im Zentralnervensystem heraufsetzen, so dass toxische Konzentrationen erreicht werden. Es kann aber ebenso die Elimination anderer Arzneistoffe beschleunigen.

Johanniskraut hat einen Einfluss auf die Enzyminduktion in Leber und Darm. Dadurch kann die Wirksamkeit von Cholesterinsenkern, einigen Antikoagulanzien, diverse Zytostatika, HIV-Proteaseinhibitoren, Verhütungsmitteln und weiterer Arzneimittelgruppen abgeschwächt werden. Daher ist vor der Empfehlung von Johanniskraut-Präparaten trotz der erwiesenen Heilwirkung der Pflanze ein umfassendes individuelles Beratungsgespräch besonders wichtig.

NHV Theophrastus kürt seit 2003 die Heilpflanze des Jahres. 2018 war es Ingwer, 2017 Gänseblümchen, 2016 Kubebenpfeffer, 2015 Zwiebel, 2014 Anis, 2013 Damaszener-Rose und 2012 Koloquinta.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Lohnhersteller

Neuer alter Aenova-Chef»

Bühler-Petition

Noweda kontert ABDA-Präsident Schmidt»

Verdacht der Untreue

Staatsanwaltschaft: Durchsuchungen bei Öko-Test»
Politik

Positionspapier

FDP: Boni-Deckel bei 10 Euro»

SPD-Parteivorsitz

Lauterbach: SPD muss Große Koalition beenden»

Jede zweite Retax unbegründet

LAV holt 776.300 Euro von Kassen zurück»
Internationales

Amazon

NHS bietet Sprechstunde bei Alexa»

Marektingmethoden

Reckitt: Milliardenstrafe wegen Suboxone»

Nach Wirksamkeitsstudie

Frankreich streicht Homöopathie auf Rezept»
Pharmazie

Lieferengpässe

Daunoblastin fehlt bis November»

Monoklonale Antikörper

Ontruzant kommt stärker»

Rote-Hand-Brief

Augenschäden unter Elmiron»
Panorama

Beratung

Richtig handeln bei Heimwerker-Verletzungen»

Versicherungen

Wasserschaden: Apotheker in der Zeitfalle»

Sanierungsbedarf

Simons schließt nach 13 Wasserschäden»
Apothekenpraxis

Packungsdesign

Mehr weiß, weniger blau»

Digitaler Arztbesuch

Werbung für Fernbehandlung unzulässig»

Zu viel beraten

Apothekenkritik: taz genervt von „Thekenfürsten“»
PTA Live

Augenerkrankungen

Fresh-up: Glaukom»

LABOR-Download

Kundenflyer: Medikamente im Sommer»

Philippinen, Bosnien und Herzegowina

Ausländische PTA-Schüler: „Sie sind sehr fleißig“»
Erkältungs-Tipps

Erkältungen in der warmen Jahreszeit

Mythos Sommergrippe»

Frische Brise

Erkältet durch die Klimaanlage»

Superinfektionen

Tonsillitis: Hochansteckende Halsentzündung»
Magen-Darm & Co.

Unverträglichkeiten

Beratungstipps bei Nahrungsmittelallergien»

Emesis

Tipps bei Übelkeit und Erbrechen»

Magen-Darm-Beschwerden

Lebensmittelvergiftung: Salmonellen & Co.»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaft

Das erste Trimester: Von der Befruchtung bis zur Organentwicklung»

Frühschwangerschaft

B-Vitamine: Geheimwaffe für Schwangere»

Familienplanung

5 Tipps zum Kinderwunsch»