Impfstoffaufbereitung = Arzneimittelherstellung?

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Auch in anderen Bundesländern sucht man Apotheker in den mobilen Teams vergeblich. In Berlin übernehmen beispielsweise PTA die Aufgabe der Rekonstitution. Im Pflegeheim angekommen, arbeiten sie ohne Aufsicht eines Apothekers – lediglich der Arzt wirft einen Blick über die Herstellung. Doch auch hier sind Teams ohne pharmazeutisches Personal unterwegs: Jedem Arzt wurde die Möglichkeit gegeben, eine MFA mitzubringen. Arzt und MFA bilden dann gemeinsam mit zwei Soldaten ein Team.

Der Begriff „Herstellen“ ist laut Arzneimittelgesetz (AMG) wie folgt definiert: „Herstellen ist das Gewinnen, das Anfertigen, das Zubereiten, das Be- oder Verarbeiten, das Umfüllen einschließlich Abfüllen, das Abpacken, das Kennzeichnen und die Freigabe.“ Die Rekonstitution eines Fertigarzneimittels ist ebenfalls im § 4 AMG definiert: „Überführung in seine anwendungsfähige Form unmittelbar vor seiner Anwendung gemäß den Angaben der Packungsbeilage oder im Rahmen der klinischen Prüfung nach Maßgabe des Prüfplans.“

Für Apotheker und PTA, die künftig in den Impfzentren in NRW arbeiten, wurde ein Video zu Schulungszwecken erarbeitet. Die Apothekerkammern in Nordrhein und Westfalen-Lippe haben das Video zur Rekonstitution des Biontech-Impfstoffes Comirnaty als zusätzliche Hilfestellung erstellt. Im Fokus des Videos steht das grundlegende Prinzip der aseptischen Arbeitsweise. „Schritt-für-Schritt“ wird erklärt, wie Apotheker und PTA auch ohne Werkbank so keimarm wie möglich arbeiten können. Darüber hinaus wurde bereits vor Weihnachten seitens der Kammern ein Online-Seminar mit über 1000 Apothekern veranstaltet. Diese Schulung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

 

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