Depression & Parkinson

Fresh-up: MAO-Hemmer

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MAO-Hemmer werden im Bereich Depressionen vor allem zur Behandlung von schweren Fällen – der sogenannten „Major Depression“– verwendet. Sie wirken antriebssteigernd und stimmungsaufhellend und dämpfen zudem Angstgefühle. Vor allem bei Patienten, die unter starker Lustlosigkeit und Antriebshemmungen leiden, werden MAO-Hemmer eingesetzt. Depressionen mit Ängsten wie zum Beispiel soziale Phobien sind mittlerweile ein weiteres Einsatzgebiet. Ebenso werden depressive Patienten mit dieser Wirkstoffgruppe behandelt, die nicht auf andere Antidepressiva ansprechen. Nebenwirkungen sind unter anderem innere Unruhe, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Nicht selektive MAO-Hemmer erfordern eine tyraminarme Diät: Auf gereifte und stärker fermentierte Käsesorten wie Brie und Camembert, Konserven, gepökeltes und geräuchertes Fleisch sowie alkoholische Getränke sollte weitestgehend verzichtet werden. Denn sowohl MAO-A als auch MAO-B spalten außer den Neurotransmittern auch gewisse Aminosäuren aus der Nahrung wie beispielsweise L-Tyramin, eine natürlich vorkommende, blutdrucksteigernde Substanz. Da MAO-Hemmer ohne Selektivität beide Typen blockieren, kann L-Thyramin nicht mehr abgebaut werden und reichert sich im Körper an: Die Folge kann ein massiver Blutdruckanstieg sein. Bei selektiven MAO-Hemmern wie Moclobemid besteht diese Gefahr jedoch nicht mehr, da die nicht blockierte Form weiterhin aktiv bleibt, um L-Thyrosin zu spalten.

MAO-Hemmer werden oft missbräuchlich verwendet: In der Drogenszene werden Substanzen dieser Wirkstoffklasse gezielt mit halluzinogenen Drogen verwendet, um deren Wirkung zu verstärken. Durch die Hemmung des Enzyms verbleiben bestimmte Amine länger im Körper. Dadurch wirken manche Drogen in Kombination mit MAO-Hemmern länger oder sogar intensiver. Die gleichzeitige Einnahme kann zu einem lebensgefährlichen Serotoninsyndrom führen.

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