Eine PTA, ihre Affäre und der leere Apothekentresor

, Uhr

Am nächsten Morgen, als der Apotheker die PTA mit seinem Verdacht konfrontiert hatte, gab sie die Tat sofort zu. Sie gab außerdem an, das Geld nicht mehr zu besitzen und es auch nicht für sich genommen zu haben. Dann rief sie ihren Liebhaber an und sagte ihm, dass ihr Arbeitgeber sie erwischt habe und dass sie das Geld daher zurückhaben müsse. Doch er reagierte sehr zurückhaltend auf den Anruf: „Soll ich für dich ins Gefängnis gehen?“, fragte die PTA ihn daraufhin am Telefon. Dann verließ sie die Apotheke, um das Geld zu holen. Ohne Erfolg: Wenig später kehrte sie ohne das Geld in die Apotheke zurück und wollte nichts mehr von dem Diebstahl wissen.

Vor Gericht gab die Angeklagte zu, zugesagt zu haben, das Geld zu besorgen. Dies begründete sie damit, dass sie sich stark unter Druck gesetzt gefühlt und keinen anderen Ausweg gesehen habe, aus der Situation herauszukommen. Außerdem hätte der Apotheker ihr gleich zu Beginn des Gesprächs damit gedroht, dass sie ihre Ehe und ihr Haus verlieren werde, wenn sie das Geld nicht zurückgebe. Wo das gestohlene Geld ist, konnte auch während des Prozesses nicht herausgefunden werden.

Beide Angeklagten bestritten vor Gericht ein Verhältnis. Sowohl die 29-Jährige als auch der 33-Jährige waren zu dem Tatzeitpunkt verheiratet und gaben an, nur gute Freunde zu sein. Das Gericht glaubte aber den gegenteiligen Aussagen der Zeugen. Auch hat sich bestätigt, dass der Mitangeklagte in einer schwierigen finanziellen Situation steckte. Zum Prozessbeginn hatte er Mietschulden von mehreren Tausend Euro und war bereits zweimal straffällig geworden, unter anderem wegen Unterschlagung in drei Fällen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Zuweisungsverbot für Plattformen
Gericht verbietet Shop Apotheke plus Zava»
„Wichtigste Triebfeder für den Vertrieb von nachgeahmten Produkten“
Studie: Online-Handel fördert Fälschungen»
Sofortprogramm: Weniger Geld für Impfstoff
AOK will Apothekenlager kontrollieren»
Warnungen vor „Flickenteppich“
Debatte über Ende der Corona-Notlage»