Echinacea gegen Corona: Labor rudert zurück

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Berlin - Erst gestern machte ein vermeintliches Wundermittel gegen Sars-CoV-2 die Runde: Ein Echinacea-Präparat aus der Schweiz soll wirksam gegen das Coronavirus sein – eine Studie untermauere die Wirkung, hieß es. Heute rudert das entsprechende Labor zurück – die Ergebnisse seien bisher lediglich in-vitro überzeugend.

Das verwendete Produkt aus der Schweiz ist seit der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse gefragt wie nie und in zahlreichen Apotheken bereits ausverkauft. In den Medien wurde das Präparat bereits als „Coronakiller“ bezeichnet. Nun meldet sich allerdings das Labor Spiez, welches dem Naturheilmittel die Wirkung gegen Sars-CoV-2 bescheinigt hatte, zu Wort.

Wirkung nur in der Petrischale belegt

Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich im „Virology Journal“ publiziert – allerdings zeigt sich hier, dass die Wirkung lediglich in-vitro festgestellt wurde. Die Aussagekraft solcher Ergebnisse am Menschen ist jedoch schwach. Schon viele Substanzen konnten in der Petrischale etwas bewirken, blieben am Menschen jedoch wirkungslos. Der Hype um das Echinacea-Produkt ist also zunächst noch unbegründet, bis Untersuchungen den Effekt gegen Sars-CoV-2 am Menschen ermittelt haben.

Das erklärt auch das Labor selbst auf Twitter und relativiert damit seine Studie. Neben dem Echinacea-Extrakt könnte zudem auch der als Extraktionsmittel verwendete Alkohol für die In-vitro-Wirksamkeit verantwortlich sein. Zwar gibt das Labor an, eine Kontrolltestung mit entsprechender Verdünnung durchgeführt zu haben, in den publizierten Studienergebnissen ist davon jedoch nicht die Rede.

Einen Schatten wirft zudem, dass die Studie teilweise vom Hersteller A. Vogel selbst finanziert wurde und zwei Mitarbeiter der Firma an der Untersuchung beteiligt waren. Dies wurde jedoch vom Labor in der Studie ausgewiesen.

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