Als PTA im mobilen Impfteam: Das war der erste Tag

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Dank der tollen Organisation des Heimes ging es ziemlich schnell. Insgesamt hatten wir zehn Vials Comirnaty mitbekommen – so heißt der mRNA-Impstoff von Biontech. Ich holte immer in Absprache mit dem Arzt das nächste Durchstechfläschchen aus dem Kühlschrank. Im Vial selbst war eine kleine milchige Pfütze. Nur 0,45 ml Wirkstoff sind pro Flasche enthalten. Nach dem Verdünnen mit Kochsalz würde ich die Lösung als milchig und leicht opak betiteln. In keinem Vial waren Partikel zu sehen, sodass ich nach und nach 50 Spritzen mit jeweils 0,3 Milliliter aufziehen konnte. Etiketten zur Chargendokumentation waren ebenfalls beigelegt, sodass ich immer fünf Impfdosen mit zugehörigen Klebchen in eine Nierenschale legen konnte.

Die Herstellung lief gut. Ich machte keine Fehler. Der Arzt konnte alle 50 vorhandenen Impfdosen erfolgreich verabreichen. Die Aufregung wich am Ende des Einsatzes einer echten Zufriedenheit. Im Laufe der acht Stunden wurde man tatsächlich ein Team. Daran hatte ich zuvor gezweifelt. Arzt und PTA, das kann also funktionieren, genauso wie PTA und Soldat. Wir waren zufrieden mit unserer Arbeit.

Was ich unterschätzt hatte, war die Situation vor Ort. Seit Monaten herrscht in den Pflegeheimen immer wieder Besuchsverbot. Immer wieder gibt es Corona-Ausbrüche, und die Bewohner müssen in Quarantäne und Isolation. Der Krankenstand bei den Mitarbeitern ist zeitweise hoch, der Rest muss die Arbeit auffangen. Man weiß das alles aus den Medien, doch vor Ort zu sein, fühlt sich anders an. Ich hoffe, dass alle Bewohner, die möchten, so schnell wie möglich geimpft werden können. Dann können Heime wieder lebendiger werden, Kinder und Enkelkinder können wieder uneingeschränkt zu Besuch kommen. Zahlreiche Bewohner, die ich gestern kennenlernen durfte, wünschen sich genau das.

 

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