Schadenersatz

1200€-Retax: Chef zerrt PTA vor Gericht Patrick Hollstein, 29.08.2018 10:11 Uhr

Zum Schluss machen die Richter den Apotheker noch darauf aufmerksam, dass er mit seiner Klage viel zu spät dran ist und dass etwaige Schadenersatzansprüche längst erloschen sind. Denn dem Arbeitsvertrag habe der Bundesrahmentarifvertrag für Apothekenmitarbeiter zugrunde gelegen, nach dem „alle gegenseitigen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis“ innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Beendigung schriftlich geltend zu machen sind.

Diese Frist habe er versäumt, da sein Mahnantrag erst im August 2015 beim Arbeitsgericht eingegangen sei. Mangels konkreten Vortrags könne nur vermutet werden, dass er seine Ansprüche außergerichtlich erstmals im Oktober 2014 geltend gemacht haben könnte. Selbst wenn man nicht die Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 31. März 2013, sondern den Zugang der Retaxation vier Monate später zugrunde legen wollte, sei die Frist selbst bei – unterstellter – Geltendmachung der Ansprüche im Herbst 2014 längst abgelaufen gewesen.

Laut Urteil umfasst die tarifliche Ausschlussfrist auch Schadensersatzansprüche. „Durch die Wortwahl ‚alle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis‘ bringen die Tarifvertragsparteien zum Ausdruck, dass sämtliche Ansprüche, die ihren Grund in der arbeitsvertraglichen Beziehung der Parteien haben, erfasst sein sollen. Eine solche umfassende Ausschlussfrist ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts in einem Tarifvertrag grundsätzlich zulässig.“

Wer trägt die Verantwortung, wenn eine teure Retax kommt oder Kosten entstehen, weil die falsche Packung abgegeben und ersetzt werden musste? Wie ist das bei Euch geregelt? Übernimmt der Chef alles? Gibt es Kritikgespräche? Oder eine Strafkasse? Teilt uns eure Erfahrungen mit! Jetzt anmelden im LABOR von APOTHEKE ADHOC und mitdiskutieren!

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